Frankfurt/Main - Überschattet von der schweren Verletzung von Marco Russ ist Eintracht Frankfurt der Rückkehr in die Europa League nur mühsam näher gekommen. Das Team von Trainer Adi Hütter begnügte sich mit einem 1:0 (1:0) gegen den FC Vaduz und leistete sich dabei viele Fehler im Spiel.

Nach dem 5:0 im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde hatte eine B-Elf des Bundesligisten gegen die Liechtensteiner vor 48.000 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena wenig zu bieten. Allein Jonathan de Guzman (32. Minute) gelang ein Tor gegen den Schweizer Zweitligisten.

Besonders bitter war dabei die Verletzung von Russ. Der Verteidiger knickte ohne Einwirkung des Gegners mit dem rechten Fuß um und musste mit einem Achillessehnenriss ausgewechselt werden. "Das ist der Wermutstropfen", sagte Trainer Hütter und bestätigte nach dem Spiel die schwere Verletzung, die eine monatelange Pause nach sich zieht. "Es ist ärgerlich und schade. Das tut mir leid. Er ist ein Musterprofi. Er lebt diesen Verein. Es sieht nicht gut da. Wir sind für ihn da", ergänzte Sportvorstand Fredi Bobic dem TV-Sender Nitro. Mit Blick auf das Spiel wollte Bobic "nicht zu kritisch" sein.

Der Europacup-Halbfinalist der vergangenen Saison trifft im finalen Kampf um den Einzug in die Gruppenphase am 22. und 29. August auf Racing Straßburg. "Dort müssen wir an die Leistungsagrenze gehen", betonte Bobic. Dann könnte Mittelfeldspieler Sebastian Rode wieder dabei sein, der nach drei Monaten zurück im Frankfurter Team war.

"Wieder ein ausverkauftes Haus, dazu ein Europacup-Spiel. Ich bin soweit zufrieden, nach drei Monaten mein Comeback gegeben zu haben. Gewonnen haben wir auch noch", sagte Rode, der wegen einer schweren Knieverletzung pausiert hatte. Gleichzeitig merkte der Mittelfeldspieler aber an: "Es war ein hartes Stück Arbeit. Vaduz hat es ordentlich gemacht. Es galt, eine gute Leistung zu zeigen und das Spiel zu gewinnen - zwar nicht ganz so glanzvoll wie sonst."

Trotz aller Versicherungen, den Fans einen guten Fußball-Abend zu bereiten, präsentierten die Hessen in der ersten Halbzeit eher ein Festival der Fehler und Fehlpässe. Eintracht-Cheftrainer Adi Hütter hatte nach dem Kräfte zehrenden DFB-Pokalkampf beim SV Waldhof Mannheim (5:3) und mit Blick auf den Bundesligastart am Sonntag gegen die TSG 1899 Hoffenheim eine große Rotation durchgeführt: Nur Torwart Kevin Trapp und Stürmer Dejan Joveljic standen noch in der Startelf. Und die B-Auswahl harmonierte nur selten.

Die Vaduzer verkauften sich dagegen gut, standen gut sortiert in der Abwehr und hätten sogar in Führung gehen können. In der 23. Minute nutzte Pius Dorn das zögerlichen Attackieren von Eintracht-Profi Timothy Chandler: Seinen Flachschuss von der Strafgrenze konnte Trapp nur mit Mühe um den Pfosten lenken. Mit einem Schlenzer sorgte Boris Prokopic (30.) noch einmal für Gefahr, doch der Ball landete nur auf dem Tornetz.

Wie aus dem Nichts kam Sekunden später die Führung für die Gastgeber. Nachdem Mijat Gacinovic den Ball mit einem Schuss ans linke Lattenkreuz knallte, verwandelte de Guzman direkt aus 16 Metern zum 1:0. Nach der Pause wurde das Spiel der Frankfurter nicht viel ansehnlicher. Auch Mittelfeldakteur Rode konnte nur wenig Linie in den Spielaufbau bringen.