Merz verwies darauf, dass seit 13 Jahren keine neuen Mitglieder mehr in die EU aufgenommen wurden. "Das zeigt, dass die Versäumnisse auch auf der Seite der Europäischen Union liegen. Und die wollen wir heute überwinden."
Die Beitrittsvoraussetzungen will der CDU-Politiker allerdings nicht lockern. Damit vertritt er eine härtere Linie als etwa östliche EU-Staaten, die sich angesichts der geopolitischen Lage auch Ausnahmeregelungen vorstellen können.
Von der Leyen: "Es gibt eine Dynamik"
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen rief die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten dazu auf, ihren Bürgerinnen und Bürgern die Vorteile der EU-Erweiterung zu erklären. "Erweiterung bedeutet mehr Sicherheit, mehr Wohlstand und eine stärkere Rolle Europas in der Welt", sagte sie. "Es gibt eine Dynamik. Wir müssen diese Dynamik jetzt in Bewegung verwandeln - und diese Bewegung in Mitgliedschaft."
Die Sorge in Brüssel ist, dass eine EU-Erweiterung am Ende an Volksabstimmungen scheitern könnte. So ist in Frankreich ein Referendum grundsätzlich vorgesehen.
Initiative folgt auf Vorschlag für Ukraine
Die deutsch-französische Initiative schließt an einen Vorstoß an, den Merz vor zwei Wochen für eine "assoziierte Mitgliedschaft" der Ukraine gemacht hat, also eine Art "EU-Mitgliedschaft light" für das Land, das sich im Krieg mit Russland befindet. Eine schnelle Mitgliedschaft, wie sie von der Ukraine gefordert wird, ist aus Sicht des Kanzlers derzeit unrealistisch.