Windradgegner übergeben 775 Unterschriften an Hollfelder Bürgermeisterin Barwisch steht hinter Windpark bei Krögelstein

Von Moritz Kircher

Es ist ein wahrer Hürdenlauf, der dem geplanten Windpark bei Krögelstein in den kommenden Wochen bevor steht. Nachdem eine Bürgerinitiative mächtig Wind gegen die Windräder gemacht hat, muss sich nun der Hollfelder Stadtrat mit dem Thema befassen. Eine Bürgerbegehren ist sehr wahrscheinlich. Und auch der Regionale Planungsverband könnte den Windpark noch kippen.

Um einen geplanten Windpark bei Krögelstein spitzt sich der Streit zu. Foto: dpa Foto: red

Die Bürgerinitiative Jurawindpark hat in den vergangenen Monaten in Hollfeld Unterschriften gegen einen Windpark bei Krögelstein gesammelt. 775 sind es nach Aussage von Guido Rost. Damit soll ein Bürgerentscheid über die vier geplanten Windräder erzwungen werden, für die schon vollständige Genehmigungsanträge beim Landratsamt in Bayreuth vorliegen. Der Krögelsteiner ist in der Bürgerinitiative engagiert, weil er gesundheitliche Gefahren für die Anwohner befürchtet und weil er die Wirtschaftlichkeit der Windräder bezweifelt. "Es wurde ja bisher noch nicht einmal eine Windmessung gemacht", sagt Rost.

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Der Bürgerinitiative stehen die bisherigen Entscheidungen im Hollfelder Stadtrat entgegen, der sich trotz einiger Diskussionen immer mehrheitlich für die vier Windräder ausgesprochen hat. An der Spitze der Befürworter steht Bürgermeistein Karin Barwisch. "Ich war immer eine Gegnerin der Atomenergie, und ich bin und bleibe eine Befürworterin der Erneuerbaren", sagt sie. Für sie eine Frage der Haltung und der Glaubwürdigkeit.

Um eine vierwöchige Frist zu wahren, muss sich der Hollfelder Stadtrat wohl in seiner konstituierenden Sitzung am 13. Mai mit der Unterschriftensammlung befassen. Die Optionen: Entweder dem Antrag der Bürgerinitiative stattgeben oder ein Bürgerbegehren abhalten, bei dem alle Hollfelder abstimmen können: Windräder ja oder nein?

Zudem findet am 29. April im Hollfelder Rathaus eine Sitzung des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken Ost statt. Davor wollen Windradgegner mobil machen und demonstrieren. Die Hoffnung der Bürgerinitiative: der Planungsverband könnte die Vorrangfläche für Windräder streichen und das Projekt damit zu Fall bringen. Auch Karin Barwisch ist Mitglied im Planungsverband. Sie sagt: "Ich weiß nicht, wie sich meine Kollegen entscheiden. Ich werde meine Meinung nicht ändern."