Seitdem bekannt ist, dass sich Zapf vom Baubereich trennen will, habe eine zweistellige Zahl Mitarbeiter die Firma verlassen. Diese Fluktuation sei normal, sagt Popp. In derselben Zeit seien zudem zehn bis 15 Personen neu eingestellt worden, schätzt Popp.
Will jemand den Baubereich kaufen?
Gibt es aktuell Kaufinteressenten? Mitarbeiter berichten, dass „Anzugträger“ sich auf dem Gelände umgeschaut hätten. „Aber ob das Interessenten sind oder schon der Insolvenzverwalter, weiß doch keiner“, sagt ein Mitarbeiter. Gewerkschafter Beer hat zuletzt von Verkaufsabsichten und einem möglichen Käufer gehört. „Aber nichts vom Zustandekommen.“ Findet sich ein Käufer, haben die Mitarbeiter bessere Chancen, sagen Popp und Beer übereinstimmend. Aber selbst dann sind Entlassungen nicht ausgeschlossen.
Doch egal, was innerhalb des Unternehmens geredet wird: „Wir verhandeln weiter“, sagt Popp. Die Verhandlungen mit der Geschäftsführung werden nicht einfach, deutet Beer an. Ginge es nach dieser, hätten die ersten Mitarbeiter schon im Juli ihre Kündigung erhalten, sagt er.
Gewerkschaft: Geschäftsführung hätte schon die ersten Kündigungen verschickt
Denn im Juni hatte diese einen Termin angesetzt, den Beer als Vorgespräch wertete und bei dem nicht einmal der ganze Betriebsrat anwesend gewesen sei. Ganz unten auf der Tagesordnung sei der Punkt „Abschluss Interessenausgleich und Sozialplan“ gestanden. „Aber so schnell geht das dann doch nicht“, sagt Beer.
Der Sozialplan steckt noch in der Vorbereitung. Am Freitag geht es beim Sozialtarifvertrag in die zweite Runde. Katrin Grunert-Jäger, seit November 2013 Geschäftsführerin bei Zapf, will dazu sowie zu weiteren Fragen des Kurier „zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Informationen nach außen geben“.
Info: Die Zapf GmbH
Die Zapf GmbH ist mit einem Anteil von 40 Prozent Marktführer im Bereich Fertigbetongaragen. Das Bayreuther Unternehmen beschäftigt rund 700 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland. Zuletzt machte es 120 Millionen Euro Umsatz. Millionenverluste im Baubereich drückten das gesamte Unternehmen in die roten Zahlen. Es will sich künftig aufs profitable Garagengeschäft konzentrieren.
Die Firma gehört zur französischen Bauträgergruppe LNC (Paris), die über 600 Millionen Euro Umsatz macht. Eigentümer von LNC ist Olivier Mitterrand, ein Neffe des früheren Staatspräsidenten François Mitterrand.