Erstmals der Favorit Medi-Team empfängt Apoel Nikosia

Der in Deutschland bekannteste Spieler in den Reihen von Apoel Nikosia dürfte Michael Cuffee (rechts) sein. In der vergangenen Saison trug der amerikanische Flügelspieler das Trikot der Crailsheim Merlins und sammelte bei deren Gastspiel in Bayreuth stattliche 20 Punkte gegen das Medi-Team um Andreas Seiferth und seinen direkten Gegenspieler Adonis Thomas (von links). Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Nach dem ersten Sieg in einem Pflichtspiel und dem ersten Sieg innerhalb der Bundesliga steht Medi Bayreuth vor der dritten Saisonpremiere in Folge: Am dritten Spieltag des Fiba-Europe-Cups geht die Mannschaft von Trainer Raoul Korner zum ersten Mal als Favorit ins Rennen, wenn sie am Mittwoch um 20 Uhr Apoel Nikosia in der Oberfrankenhalle zu Gast hat.

 

Schließlich gibt es gute Gründe dafür, den Ex-Meister Zyperns, der in den vergangenen Spielzeiten jeweils den dritten Platz in der nationalen Meisterschaft belegt hat, als schwächsten Gegner in der Gruppe C einzustufen. Den Verdacht konnte man schon vor dem ersten Spiel haben, denn im Gegensatz zu BK Ventspils und Sigal Pristina wurde er nicht in der Qualifikation zur Champions League berücksichtigt. Inzwischen wurde das aber durch die bisherigen Ergebnisse untermauert.

Weder im Kosovo (74:93), noch im Heimspiel gegen den lettischen Vertreter hatte Apoel Nikosia (69:92) eine reelle Siegchance. Selbst in der kleinen heimischen Liga des Inselstaats mit nur neun Mannschaften ist die aktuelle Bilanz mit 2:2 Siegen nicht berauschend – dabei war der dominierende Titelverteidiger Keravnos noch gar nicht unter den Gegnern.

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Freilich hält Raoul Korner gar nichts davon, nach den ersten Erfolgserlebnissen gegen Pristina (97:89) und zuletzt in der BBL bei den Skyliners Frankfurt (88:74) nun gleich einen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen: „Mag schon sein, dass wir in diesem Spiel die Favoriten sind, aber das spielt für uns überhaupt keine Rolle. Es geht darum, an die gute Entwicklung in den letzten Spielen anzuknüpfen und keinesfalls schon wieder zu relaxen.“

Offensive Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt

Folglich befasst sich der Medi-Coach auch mehr mit den Stärken des Gegners als mit den Schwächen: „Die Spielweise ist nicht unähnlich zu der von Pristina. Allerdings ist die Verantwortung in der Offensive mehr verteilt. Defensiv spielt Apoel ebenfalls mit vielen Varianten, die nicht immer gleich zu durchschauen sind. Davon darf man sein eigenes Spiel nicht bremsen lassen.“

Für die Aufteilung der Punktausbeute sind zum großen Teil die fünf Amerikaner im Kader von Apoel Nikosia zuständig. Einen gewissen Bekanntheitsgrad in Deutschland hat aber nur einer davon: Michael Cuffee war bereits von 2013 bis 2015 in der BBL im Einsatz (erst beim Mitteldeutschen BC, dann in Tübingen) und kehrte in der vergangenen Saison für die Crailsheim Merlins zurück.

Dabei riss der Flügelspieler in 27 Spielen mit durchschnittlichen Werten von 7,7 Punkten, 2,8 Rebounds und 1,8 Assists zwar keine Bäume aus, aber gerade bei den Anhängern von Medi Bayreuth könnte er in Erinnerung geblieben sein. Bei der 85:102-Niederlage der Merlins in der Oberfrankenhalle zeichnete sich Cuffee nämlich mit persönlichem Saisonrekord von 20 Punkten (6/9 Dreier!) als Topscorer der Partie aus, und am 97:90-Sieg im Rückspiel war er immerhin mit zehn Zählern beteiligt.

27 Punkte für Michael Cuffee in den ersten beiden Spielen

In den ersten beiden Spielen im Europe-Cup hat Michael Cuffee insgesamt 27 Punkte für Apoel Nikosia gesammelt, was nur von seinem US-Landsmann Jarvis Garrett noch übertroffen wird. Der Point Guard verzeichnete bei seinen 34 Zählern allerdings nur eine Feldwurfquote von knapp 32 Prozent (12/38), und auch seine 14 Assists erscheinen im Verhältnis zu neun Ballverlusten nicht mehr ganz so glanzvoll.

Effektivster Spieler der Zyprer auf internationalem Parkett ist somit La Ron Dendy. Der 2,05-m-Center mit der längsten Einsatzzeit von gut 35 Minuten pro Spiel verdankt den Spitzenplatz in dieser Statistik-Kategorie weniger seinen 23 Punkten, als vielmehr den starken 21 Rebounds. Der auf dem europäischen Markt bereits recht etablierte 30-Jährige mit teilweise nur kurzen Engagements unter anderem in Griechenland, der Türkei und Israel kam von Donar Groningen aus den Niederlanden, wo er allerdings nur sieben Einsätze absolvierte und mit einem Schnitt von 3,4 Punkten keinen großen Eindruck hinterließ.

Ehemaliger Bayreuther Spieler im Traineramt

Gerade bei der zuweilen etwas überraschenden Spielweise von Apoel Nikosia, wo übrigens mit dem 51-jährigen Griechen Chris Chougaz ein ehemaliger Bayreuther Spieler (Saison 1996/97) als Trainer amtiert, setzt Raoul Korner auf eine weitere Stabilisierung seiner Mannschaft. Er bestätigt den Eindruck, dass beim Sieg in Frankfurt gerade die Problemlösungen in den nicht ganz mühelosen Angriffen für gestärktes Selbstvertrauen sprachen: „Da behalten wir die Ruhe, bewegen den Ball weiter gut und überstürzen nichts. In diesen Situationen sieht man den Einfluss von Nate Linhart.“ Hilfreich sei bei dieser Entwicklung auch das seit einiger Zeit unveränderte Aufgebot. Das setzt sich voraussichtlich auch heute fort.

 

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