Grundlage dafür war das zweitbeste Ergebnis, das jemals einem LSG-Team in der Liga gelungen ist. Eine höhere Summe der drei schnellsten Durchschnittsgeschwindigkeiten als 410,6 km/h wurde lediglich einmal im Jahr 2003 notiert. Damals waren es 422.

Unerwartet war dieser Erfolg vor allem, weil weder die Wettervorhersage noch das aktuelle Wetter zum Startzeitpunkt eine solche Entwicklung erwarten ließen. Zudem war das LSG-Team so urlaubsgeschwächt, dass nur vier Piloten überhaupt ins Rennen gingen.

Beim Start rechnete die Mannschaft laut Wettervorhersage mit wolkenloser Blauthermik, die schwer einzuschätzen ist, und einem frühen Ende der Flugzeit durch das Anrücken einer Kaltfront. Drei der vier LSG-Flieger nutzten zunächst ihren Hilfsmotor, um schnell aufzusteigen.

Diesmal war die Prognose aber unzuverlässig im positiven Sinne. Es entwickelte sich eine Thermik anzeigende Wolkenstraße von Kronach bis Suhl. Statt wie sonst im Kreisflug konnten die Bayreuther dort im Geradeausflug an Höhe gewinnen. Mit hoher Geschwindigkeit, oft über 200 km/h, kamen sie ohne Höhenverlust voran. Rechtzeitig vor Eintreffen der abschirmenden Bewölkung landeten die Piloten wieder auf dem Bindlacher Berg und feierten persönliche Geschwindigkeitsrekorde.

Sebastian Baier einer der Schnellsten in Deutschland

Sebastian Baier gelang dabei der schnellste Flug der bisherigen Saison. Mit 143,1 Stundenkilometern im Schnitt war er sogar einer der schnellsten Piloten Deutschlands. Nur sehr selten werden mehr als 140 km/h erreicht. Seine Schwester Daniela Mühlbacher mit ihrem Mann Mathias im vereinseigenen Doppelsitzer stand mit 132,7 km/h kaum nach, und auch dem Vater von Sebastian und Daniela, Georg Baier, gelang mit 126,4 km/h ein beachtliches Ergebnis. Zwischen die Familienmitglieder schob sich noch Wolfgang Clas mit 134,8.

Da aber auch die Konkurrenten aus Bamberg, Lichtenfels und Erbendorf die hervorragenden Bedingungen über dem Thüringer Wald nutzten, war es nicht sicher, ob das für den Sieg reichen würde. Am Ende hatten auch Bamberg auf (404,5) und die SFG Steinwald aus Erbendorf (402,0) die nur selten erreichte Marke von 400 km/h übertroffen. Erstmals in der Vereinsgeschichte gelang dies auch dem Zweitligisten SFZ Ottengrüner Heide aus Helmbrechts, der mit 417,5 km/h sogar die deutsche Bestmarke der Saison 2020 setzte.

Mit dem besten Bundesliga-Ergebnis machte die LSG Bayreuth auch in der World-League einen Sprung nach vorn. Hinter dem Minden Soaring Club aus Nevada, der als Rundensieger mit herausragenden 451 km/h an die Spitze der Gesamtwertung rückte, sowie den schnellen Helmbrechtsern ermöglichten die 38 Punkte für den Tagesdritten einen Sprung um sechs Plätze auf Rang elf.

Tabellen

Bundesliga (30 Vereine): 1. LSV Rinteln (148 Punkte); 2. FG Wolf Hirth (121); 3. FSC Odenwald Walldürn (112); 4. LSV Schwarzwald (110); 5. SFG Donauwörth-Monheim (104); 6. LSR Aalen (102); 7. AC Bamberg (101); 8. LSG Bayreuth (96); 9. FG Oerlinghausen (88); 10. AC Lichtenfels (87); 11. FG Schwäbisch Gmünd (86); 12. SFG Ludwigshafen (78).

World League (983): 1. Minden Soaring Club (USA) 328; 2. SS Boulder (USA) 316; 3. LSV Rinteln (266); 4. FG Wolf Hirth (203); 5. SFG Donauwörth-Monheim (185); 6. LSR Aalen (183); 7. AC Bamberg (178); 8. LSV Schwarzwald (177); 9. FSC Odenwald Walldürn (166); 10. FLG Blaubeuren (160); 11. LSG Bayreuth (159); 12. Moriarty Soaring (USA) 158.