Erneut enttäuschend Tigers beim 2:6 in Ravensburg noch gut bedient

Oft in Einzelkämpfer-Manier: An Bayreuths Torhüter Lukas Steinhauer lag es nicht, dass die Tigers in Ravensburg so deutlich den Kürzeren zogen. Viel Krampf, wenig Kampf: Bayreuths Frederik Cabana (rechts) duelliert sich hier mit Ravensburgs Enrico Henriquez-Morales. Foto: /Felix Kästle

Wunderdinge hatte man von den Bayreuth Tigers beim aktuell so groß aufspielenden DEL2-Spitzenreiter Ravensburg Towerstars nicht erwarten dürfen, eine angemessene Reaktion auf den desolaten Derby-Auftritt gegen die Selber Wölfe aber allemal. Gelungen ist die Wiedergutmachung bestenfalls ein kleines bisschen. Bei der 2:6 (1:3, 1:2, 0:1)-Niederlage schaffte es die Mannschaft von Petri Kujala wenigstens, ihre Ladehemmung zu beheben.

Eishockey - Viel mehr an positiven Aspekten war am Spiel der Gäste aber auch mit viel Wohlwollen und einer riesigen Lupe nicht zu finden. Ideenlos, sehr defensivschwach und ohne erkennbares Aufbäumen kamen die kriselnden Bayreuther nicht über die Rolle eines Sparringspartners für einen in allen Belangen imponierenden Spitzenreiter hinaus.

Entsprechend schonungslos fiel auch die Kritik von Petri Kujala aus. Es kotze ihn brutal an, Gegnern Abend für Abend zum Sieg gratulieren zu müssen, sagte der ziemlich angefressene Tigers-Coach zunächst, um dann den Finger in die Wunde zu legen: „Unsere große Schwäche sind momentan die Zweikämpfe. Und wir haben unsere Defensivzone so gut wie gar nicht im Griff.“

Womit er vollkommen Recht hatte.

Goalie Steinhauer mit solider Vorstellung

Noch gut bedient – so ließ sich schon das erste Drittel aus Tigers-Sicht zusammenfassen. Dass die spielfreudigen und aggressiv forecheckenden Ravensburger nicht noch deutlicher als 3:1 führten, lag an einer soliden Vorstellung von Bayreuths Torhüter Lukas Steinhauer, der Querlatte (bei einem Schuss von Josh MacDonald in der 20. Minute), einem typischen Ville-Järveläinen-Treffer aus der Halbdistanz (6.) und der doch recht überschaubaren Effizienz der Towerstars-Offensive. Hätte sie mitunter noch zielstrebiger, noch genauer abgeschlossen, der Rückstand für die unkonzentrierten und fehlerbehafteten Gäste hätte schon nach zwanzig Minuten beängstigende Züge aufweisen können.

Ravensburgs 2:1-Torschütze Fabian Dietz warnte im Pausen-Interview bei SpradeTV zwar vor „brutal“ lauernden und „enorm gefährlichen“ Gästen, begründet war diese Angst aber weiterhin nicht. Denn auch nach dem Wechsel stand vornehmlich Steinhauer im Fokus. Als das 4:1 in der Luft lag, nutzte Luke Pither (26.) einen der wenigen Fehler in der Defensive der Oberschwaben. Der zweite Bayreuther Treffer war nicht mehr als ein Strohfeuer. Bis zum Ende dieses Abschnitts hatten die Towerstars die kurzzeitig auflodernden Flammen mit zwei blitzsauberen Treffern durch James Bettauer (30.) und Josh MacDonald (34.) nämlich schon wieder gelöscht. Es waren recht einfach auszuführende Löscharbeiten gewesen.

Meisinger: „Wir müssen das hier viel besser verteidigen, teilweise ist das richtig wirr von uns.“

Und deshalb steckte in der knappen Pausen-Analyse des Bayreuther Verteidigers Dominik Meisinger sehr viel Wahrheit. „Wir müssen das hier viel besser verteidigen, teilweise ist das richtig wirr von uns“, sagte der 28-jährige Füßener, der das Spiel seines Teams besser als das gegen Selb fand. „Aber auch nicht wirklich gut.“

Und es wurde auch im Schlussabschnitt nicht mehr besser. Nachdem die Ravensburger eine doppelte Unterzahl ohne große Gefahr für das Gehäuse ihres Torhüters Jonas Langmann überstanden hatten, reichte ihnen der Verwaltungsmodus, um noch auf 6:2 (48.) zu erhöhen und einem ungefährdeten Erfolg gegen uninspirierte Gäste entgegenzusteuern. Die hatten schon zu Beginn des Schlussabschnitts die Waffen gestreckt.

Ravensburg Towerstars: Langmann – Bettauer, Pfaffengut; Ketterer, Eichinger; Sezemsky, Dronia – MacDonald, Sarault, Herr; Henriquez-Morales, Czarnik, Driendl; Zucker, Mayer, Dietz; Hessler, Hlozek.

Bayreuth Tigers: Steinhauer – Davis, Schug; Meisinger, Pruden; Pokovic, Menner; Gabriel –Järveläinen, Cabana, Hohmann; Pither, Kretschmann, Meier; Schumacher, Bindels, Zimmermann; Kunz.

SR: Harrer, Kannengießer; Zuschauer: 500 (ausverkauft).

Strafminuten: Ravensburg 8, Bayreuth 6.

Tore: 1:0 (2.) Dronia (Dietz, Mayer), 1:1 (6.) Järveläinen (Davis, Kretschmann – 5 gegen 4), 2:1 (10.) Dietz, 3:1 (16.) Henriquez-Morales (Hessler, Eichinger), 3:2 (26.) Pither (Kretschmann, Pruden), 4:2 (30.) Czarnik (Sarault, Bettauer), 5:2 (34.) Herr (MacDonald, Pfaffengut), 6:2 (48.) Dietz (Zucker, Pfaffengut).

Autor

 

Bilder