Erlkönige in Hof BMW testet neue Modelle auch in der Innenstadt

Neue BMW-Modelle? - Stephan Gramalla hat am Dienstagmorgen in der Hofer Schaumbergstraße diese drei "Erlkönige" entdeckt. Foto: Stephan Gramalla

HOF. Die Teststrecke des Münchener Automobilunternehmens befindet sich am Hofer Flughafen. Doch immer wieder tauchen sogenannte "Erlkönige" im Stadtgebiet auf.

BMW testet seine neuen Modelle nicht nur am Flughafen Hof. "Um gewisse Funktionen des Fahrzeugs zu testen, ist es auch notwendig, kurz in den Stadtverkehr zu gehen", sagt Daria Nikitina, Pressesprecherin von BMW auf Anfrage unserer Zeitung. Denn immer wieder sehen Frankenpost-Leser in der Hofer Innenstadt sogenannte "Erlkönige". Das sind Prototypen von Fahrzeug-Modellen, die durch spezielle Muster getarnt werden sollen.

Da sich die Autos in der Testphase befinden, wollen die Hersteller selbstverständlich möglichst wenig preisgeben, so auch BMW. "Wir möchten die Modelle nicht nennen, da es sich um wettbewerbsrelevante Informationen handelt", sagt Nikitina. Auch was andere Details betrifft, hält sich das Unternehmen bedeckt. Eines verrät Nikitina aber doch: Bei den BMW-"Erlkönigen" in Hof gehe es nicht ums autonome Fahren. "Das wird in Hof nicht getestet", stellt die Pressesprecherin klar.

Das eigenartige Muster der "Erlkönige" werde speziell in der Designabteilung von BMW entwickelt. Es könne von Modell zu Modell variieren, berichtet Nikitina. Das Muster solle bewirken, dass die Formen des Fahrzeugs nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Teils werde das Fahrzeug an entsprechenden Stellen auch abgeklebt, um etwa Leuchten unkenntlich zu machen. Das ungewöhnliche Muster dürfe aber nicht die Sicherheit im Straßenverkehr beeinträchtigen. "Es soll auch nicht den Verkehr stören", sagt Nikitina.


Wissen: 

"In den 1950er-Jahren veröffentlichten die deutschen Autojournalisten Heinz-Ulrich Wieselmann und Werner Oswald ungefragt Schnappschüsse von Erprobungsfahrzeuge in dem großen Auto-Magazin „auto, motor und sport“. Es war eine kleine Sensation und ein Affront gegen die Hersteller, denn erstmals wurde damit einem Riesenpublikum – und damit auch der Konkurrenz – Bilder von unveröffentlichten Fahrzeugen zugänglich gemacht. Der Name der Rubrik, unter der die Aufnahmen veröffentlicht wurden, nannten sie „Erlkönig“. Der Name „Erlkönig“ etablierte sich von nun an als Synonym für Erprobungsfahrzeuge.

Der Begriff stammt von der gleichnamigen Ballade von Johann Wolfgang von Goethe. Die Journalisten änderten den bekannten Vers „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind“ um in: „Wer fährt da so rasch durch Regen und Wind“. Seit jener Zeit tarnen die Hersteller ihre „Erlkönige“, um die Journalisten und auch die Konkurrenz zu irritieren – damit selbst bei ungewollten Schnappschüssen möglichst wenig über das neue Design und die Technik nach außen dringt." (Quelle: BMW)

 

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