Am Dienstag sind alle 53 Bewohner und 51 Mitarbeiter aus dem Haus Epprechstein in Kirchenlamitz, Landkreis Wunsiedel, auf das Coronavirus getestet worden. Am Donnerstag lagen bereits die Ergebnisse vor. "Erfreulicherweise sind alle Bewohner negativ", heißt es in einer Mitteilung der Benevit-Gruppe. Auch das Ergebnis der Mitarbeiter sei gut ausgefallen: Bis auf eine Auszubildende seien alle Mitarbeiter negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Die Sicherheits- und Hygienestandards sind bei Benevit sehr hoch, bestätigt der Mitteilung zufolge auch das Gesundheitsamt. Deshalb sei von keinerlei Gefahr für Bewohner und Kollegen auszugehen, sagt die Pandemiebeauftragte Sventje Uhl. "Unsere Mitarbeiter verhalten sich stets hochprofessionell, haben ausreichend Schutzkleidung, und nach menschlichem Ermessen ist eine Ansteckung Dritter nahezu auszuschließen", betont Kaspar Pfister, Geschäftsführer und Inhaber der Benevit-Gruppe. Trotzdem wurden alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Pfister hält solche Reihentests für absolut sinnvoll und dringend notwendig. Da jeder Reihentest aber nur eine Momentaufnahme sei, müssten sich diese Testungen in Pflegeheimen in regelmäßigen Abständen wiederholen. Tests in einem Heim allein auf Personen zu reduzieren, die Symptome aufweisen, sei hoch riskant. Mit Sars-CoV-2 infizierte Personen können symptomfrei und trotzdem ansteckend sein. "Wenn gewartet wird, bis Symptome sichtbar werden, kann es für viele zu spät sein", betont Pfister. Neben den herkömmlichen Corona-Abstrichen fordert Geschäftsführer Pfister ebenso Antikörpertests. Diese werden laut Mitteilung aktuell bei allen 2000 Benevit-Mitarbeitern durchgeführt.

Der Geschäftsführer plädiert in Pflegeheimen für deutschlandweite, sich wiederholende Reihentests und zusätzliche Antikörpertests bei Mitarbeitern und Bewohnern sowie Angehörigen. Mit der Kombination aus beiden könnten beispielsweise Besuche und die Allgemeinsituation für die Bewohner wesentlich erleichtert und die strengen, aber auch sehr belastenden Schutzvorkehrungen für Bewohner und Angehörige entschärft werden. Zudem werde die Personalsituation entspannt.

Insgesamt zählt die Unternehmensgruppe etwa 4300 Personen - 2300 Bewohner und ambulante Kunden sowie 2000 Mitarbeiter. Davon wurden bereits 1632 Personen getestet. Als aktiv infiziert gilt derzeit eine Bewohnerin, die zwischenzeitlich wieder gesund ist, es fehlt allerdings noch das bestätigende Testergebnis und die besagte Auszubildende. "Wir können stolz sein auf das, was wir geschafft haben. Wir alle standen vor wenigen Monaten noch vor noch nie dagewesenen Herausforderungen und zum Teil vor beängstigenden Situationen - für alle Beteiligten. Wir haben es aber geschafft, uns all dem zu stellen und besonnen und professionell zu handeln. Und genau so müssen wir jetzt auch weiter machen. Das Virus ist noch nicht besiegt", so Pfister.