Andere Experten verweisen darauf, dass eine frühe Erkennung und Behandlung in einem spezialisierten Behandlungszentrum entscheidend für die Prognose sei. "Wir wissen, dass sich die Sterblichkeit durch eine gute supportive Therapie erheblich senken lässt", sagt Torsten Feldt vom Universitätsklinikum Düsseldorf. "Dazu gehören zum Beispiel Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement, Behandlung von Schock, Blutungen und Organfunktionsstörungen, die Gabe von Sauerstoff sowie die Behandlung von Koinfektionen."
Welche Rolle spielt die Armut in der Region?
"Ebolavirus-Ausbrüche werden durch Übertragungen von Mensch zu Mensch getrieben", sagt Muñoz-Fontela. Daher erleichterten soziale Faktoren wie Flüchtlingsströme, Armut und schlechte Lebensbedingungen die Verbreitung des Erregers nach einem Ausbruch.
Hinzu komme, so der Leiter der Gesundheitsbehörde Africa CDC, Jean Kaseya, dass Pharmaunternehmen in Afrika wenig Verdienstmöglichkeiten mit dem Bundibugyo-Erreger sehen. "Aber glauben Sie mir, wenn es Bundibugyo in westlichen Ländern gäbe, dann wären die medizinischen Gegenmaßnahmen vorhanden."