Fehler zuzugeben ist ein Zeichen von Stärke. Dieser Spruch gehört in die Werkzeugkiste vieler Führungs- und Psychologie-Seminare. Stark scheinen die Politiker zu sein, denn Fehler zu benennen ist in diesen Tagen nahezu eine Modeerscheinung geworden. Von Brüssel bis Berlin wird bestätigt, die deutsche Abkehr von der Atomkraft mit Hinwendung zu neuen Gaskraftwerken war wohl doch nicht so das Gelbe vom Ei. Und auch Europa, das sich als grüner Dealmaker feierte, versucht sich – unzählige Milliarden später – schulterzuckend an der Umkehr. Atom ist jetzt grün – so wie es die Finnen, die aufgrund ihrer Lage hoch im Norden wenig mit Sonnenenergie anfangen können, bereits in ihrem Energiemix fest verankert haben. Auch Ex-Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg kritisiert die Energiepolitik Deutschlands, die zu einer extremen Abhängigkeit von Putin geführt habe.