Energiegenossenschaft orientiert sich neu

Von Klaus Trenz

Die Raiffeisen-Energiegenossenschaft Creußen hat sich vom Projekt Neuhof II verabschiedet. Zu vage sind die Gutachten über den zu erwartenden Ertrag.

Die Raiffeisen Energiegenossenschaft Creußen wird in den Windpark der Firma Ostwind im Lindenhardter Forst einsteigen. ⋌Foto: Frauke Engelbrecht Foto: red

Vorstand Thomas Harting hatte für die Genossenschaftsmitglieder bei der Generalsversammlung im Sportheim in Schnabelwaid ein „Trostpflaster“: Man wird in den Windpark Lindenhardt-Rotmainquelle der Firma Ostwind mit einsteigen. Auch die Beteiligung am geplanten Windpark Körbeldorf scheint sicher.

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Neues Gutachten eingeholt

Als kleine Genossenschaft sei man „daran gebunden, dass ein Projekt so viel Geld abwirft, dass wir liquide sind“, sagt Harting. Im Falle von Neuhof II hat sich dies zunächst so dargestellt, „die Kalkulation lieferte ein schönes Ergebnis.“ Allerdings auf der Grundlage älterer Daten. Ein neu eingeholtes Gutachten, auf der man auf die Daten des bestehenden Windparks zurückgriff, zeigte ein anderes Bild. „Die Daten rauschten deutlich nach unten“, so Harting. Und damit auch der Preis des Projektierers Baywa. Letzterer ging wieder nach oben, als ein zweites Gutachten wieder eine Ertragssteigerung in Aussicht stellte. Allerdings bediente sich der Gutachter auch der Werte aus dem gut laufenden Windpark Pegnitz.

 Verhandlungen mit Firma Ostwind

„Wir mussten erheblich in die Prüfung gehen“, so Harting, immerhin hatte man es mit einer Differenz aus beiden Gutachten von 1000 Megawatt zu tun. „Das ganze Konstrukt brach eigentlich zusammen.“ Der Genossenschaftsvorstand habe im Verlaufe der Zeit keinen Liquiditätsfluss gesehen und sei zu dem Ergebnis gekommen: „Das Projekt stirbt.“ Dafür führt man Verhandlungen mit der Firma Ostwind weiter. Der Betreiber von Windrädern hat der Genossenschaft eine Beteiligung am Windpark Lindenhardt-Rotmainquelle angeboten und zwar mit einer Summe zwischen einer halben bis einer Million Euro.

Fünf Windräder

Der Windpark mit fünf Rädern läuft laut Harting gut, bis auf die beiden südlichen Windkraftanlagen, die für viele Stunden am Tag zwischen April und August abgeschaltet hat, weil man dort ein Schwarzstorchnest in der Nähe entdeckt habe. Ein Storch sei zwar noch nicht gesichtet worden, aber für die nächsten drei Jahre sind die Windräder vorsorglich am Tage für mehrere Monate im Jahr abgeschaltet. Dies beeinflusse aber nicht das Ergebnis. Die Genossen hätten eine Rendite zwischen 3,5 und 6 Prozent zu erwarten.

Windpark Körbeldorf

Ein weiteres Ziel der Genossenschaft sei der Einstieg in den geplanten Windpark Körbeldorf. Voraussichtlich im nächsten Jahr.Die Verhandlungen, so Harald Mild, werde man dann aufnehmen, wenn die Genehmigung für die zwei Windräder eingetroffen ist. Probleme hat man mit dem Windrat in Seubendorf. Es seien Kinderkrankheiten aufgetreten, erklärte Harting: „Wir müssen auf eine enttäuschende Verfügbarkeit der Anlage blicken.“ Sprich: Sie steht viel zu oft still.

Die Techniker bekommen die „Kinderkrankheiten“ offenbar „aus mangelnder Kenntnis“ nicht schnell genug in den Griff. Allerdings halte sich der finanzielle Schaden deutlich in Grenzen weil der amerikanische Hersteller der Windkraftanlage Entschädigungen zahle. Das genaue Gegenteil hingegen seien die Ergebnisse beim Projekt Tannenberg-Lindenhardt 2. Man habe hier auf bewährte Maschinentechnik zurückgegriffen.

Das Windrad laufe besser als prognostiziert, lägen über den Werten des Gutachtens. Hinsichtlich des Windparks Thurnau, bei dem man sich mit einem Zehntel – also einem Windrad von insgesamt zehn – beteiligt hat, nehme sich der Ertrag 2015 noch bescheiden aus, neueste Zahlen aber zeigten eine deutliche Steigerung.