Energetische Sanierung: Diese Pflichten sollten Immobilienbesitzer kennen

Für viele Hausbesitzer wird die energetische Sanierung zur Pflicht. Foto: Velux/akz-i

akz-i  Wer seine Immobilie saniert, kann den Energieverbrauch deutlich reduzieren. Welche Pflichten Sanierer beachten müssen, weiß Thomas Billmann, Modernisierungsexperte bei Schwäbisch Hall.

Wann muss energetisch saniert werden? Ob Hauskauf oder Erbe – wechselt der Eigentümer, sind damit Pflichten verbunden. Es gilt: nachrüsten oder austauschen. Nach dem Hauskauf müssen Besitzer ihr neues Zuhause innerhalb von zwei Jahren energetisch überholen. Wohnte der Eigentümer bereits vor dem 1. Februar 2002 in der Immobilie, ist er von der Sanierungspflicht befreit. „Gebäude, die später errichtet wurden oder deren Besitzer in der Vergangenheit bereits gewechselt hat, erfüllen die energetischen Anforderungen schon”, erklärt Thomas Billmann.

Welche Sanierungspflichten gibt es? Sofern der Dachboden und die oberste Geschossdecke zugänglich sind, ist eine Dämmung Pflicht. Das gilt auch für Heizungs- und Warmwasserrohre, die durch unbeheizte Bereiche verlaufen. Heizungen, die älter als 30 Jahre sind und nicht auf Nieder- oder Brennwerttechniken basieren, müssen austauscht werden. „Tipp: Der Staat fördert den Heizungstausch mit einer Prämie“, so der Schwäbisch Hall-Experte. Bei Zentralheizungen sind außerdem bis zum 30. September 2021 Regler für die Steuerung der Wärmezufuhr in Abhängigkeit von Außentemperatur und Zeit nachzurüsten.

Was ist bei der energetischen Teilsanierung zu beachten? Richtlinie ist der sogenannte U-Wert. Er gibt an, wie viel Wärme durch eine Wand, das Dach oder ein anderes Bauteil nach außen gelangt. Der Wert verringert sich, wenn die einzelnen Bauteile des Hauses bestimmten Anforderungen entsprechen. Für Außenwände ist beispielsweise eine Dämmung von 12 bis 16 cm vorgesehen. „Zieht die Sanierung eines Einzelbauteils aber den Ausbau eines weiteren Elements nach sich, kann die Sanierungspflicht ausgesetzt werden“, verrät Billmann.

Ist ein Energieausweis Pflicht? Der Energieausweis enthält Informationen zur energetischen Qualität und zum Energieverbrauch von Gebäuden. „Damit lassen sich Immobilien miteinander vergleichen. Außerdem können künftige Energiekosten und der Sanierungsstand vorab eingeschätzt werden“, weiß Thomas Billmann. Makler müssen Interessenten schon bei einer Besichtigung den Ausweis vorlegen. Gut zu wissen: Steht ein Gebäude unter Denkmalschutz oder ist es nicht beheizt oder klimatisiert, ist kein Energieausweis notwendig.

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