Viel Lärm um nicht viel? Empfang für Autobahnnutzer und Bronner soll besser werden

Die Fundamente sind fertig, in den nächsten Wochen wird der Mast aufgestellt. Laut Telekom soll der Mobilfunkmast den Empfang auf der Autobahn 9 und auch in Bronn selbst verbessern. Und er sei auch geeignet, künftig 5G-Dienste zu senden. Foto:  

Der Bau eines 45 Meter hohen Mobilfunkmastes bei Bronn sorgt für Aufregung, die aber unbegründet scheint.

Pegnitz - Kleine Baustelle, große Wirkung. Der geplante Bau eines Mobilfunkmastes in der Nähe von Bronn sorgt für Aufregung im Dorf. Einige Bewohner kritisieren, dass niemand über das Projekt informiert worden sei. Nicht einmal der Stadtrat aus Bronn wisse etwas. Doch das stimmt so nicht.

„Keiner weiß was davon im Dorf“, schimpft Joachim Dettke am Telefon ziemlich erregt. Der Bürgermeister widerlegt die Behauptung des Bronner Bürgers schnell und kann sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen: Das hat der Stadtrat bereits in der Dezembersitzung des Jahres 2019 einstimmig beschlossen“, weiß Wolfgang Nierhoff. „Deshalb kann Stadtrat Alexander Moik das nicht wissen, weil er damals noch gar nicht dabei war.“ Außerdem sei ein Funkmastbau ein sogenanntes privilegiertes Vorhaben im Außenbereich, das der Stadtrat gar nicht ablehnen könne. „Selbst, wenn wir damals dagegen gestimmt hätten, hätte das Landratsamt das einkassiert und den Bau trotzdem genehmigt.“ Außerdem komme der Mobilfunkmast ja letztlich auch den Bronnern zugute, weil zum Beispiel der Handyempfang besser würde.

Fundamente sind eingegossen

Die Bauarbeiten für den neuen Mobilfunkstandort bei den Regenüberlaufbecken mehrere hundert Meter vom Ortsrand entfernt haben vor wenigen Tagen begonnen. Mittlerweile ist das Fundament für den circa 45 Meter hohen Stahlgittermast gegossen. Der Mast soll laut Betreiber das Mobilfunknetz der Telekom ergänzen. Ziel sei es, die Versorgung in Pegnitz und entlang der Autobahn A9 zu verbessern. „Immer mehr Menschen sind gleichzeitig im Netz unterwegs. Sie tauschen Fotos und Videos oder arbeiten mobil. Deshalb erhöhen wir ständig Geschwindigkeit und Kapazität in unserem Netz“, sagt Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie Telekom Deutschland. „Der Mobilfunk-Ausbau in Deutschland schafft die technologische Grundlage für eine moderne, digitale Gesellschaft. Davon profitiert nun auch Pegnitz.“

Die Deutsche Funkturm baut den Mobilfunkmast im Auftrag der Telekom. „Pegnitz bekommt einen modernen und zukunftsfähigen Mobilfunkstandort. In erster Linie werden Telekom-Kunden von dem Mast profitieren, aber wir bieten unseren Standort auch allen anderen Mobilfunkbetreibern an, sodass keine zusätzlichen Masten gebaut werden müssen“, sagt Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer von der Deutsche Funkturm AG. In der Regel gehe ein Standort sechs bis zwölf Monate nach dem Baubeginn in Betrieb und könne von den Telekom-Kunden genutzt werden. „Der Mobilfunkmast in Pegnitz ist auch geeignet, um zukünftig 5G-Dienste zu senden“, heißt es weiter. Somit können die Bronner und Autobahnnutzer spätestens im kommenden Jahr vom Mast profitieren.

Durch den Mobilfunk-Ausbau in Deutschland schließt die Telekom Lücken im Mobilfunk und erhöht die Bandbreiten. „Wer für den weiteren Ausbau eine Fläche für einen Dach- oder Mast-Standort vermieten möchte, kann sich an die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm wenden, betont Jacobfeuerborn.

Privilegierte Bauvorhaben sind auch im Außenbereich, also auf den Flächen, für die kein qualifizierter Bebauungsplan besteht und die außerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile liegen, zulässig. Ihre Zulässigkeit steht lediglich unter dem Vorbehalt des Entgegenstehens öffentlicher Belange und einer ausreichenden Erschließung. Die Privilegierten Bauvorhaben stellen damit eine Ausnahme vom Grundsatz gemäß Paragraf 35 Baugesetzbuch dar, dass der Außenbereich vor baulicher oder sonstiger Inanspruchnahme zum Beispiel durch Freizeitnutzungen und damit allgemein vor Zersiedelung geschützt werden soll. Privilegierte Vorhaben sind zum Beispiel auch landwirtschaftliche Bauten wie Hallen, Silos oder Scheunen. uf

 

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