In der 80. Minute beendete Schiedsrichter Markus Pflaum (SV Dörfleins) die Partie auf dem Kunstrasenplatz der Grünen Au vorzeitig. „Den Käse tue ich mir nicht mehr an“, soll der sehr besonnen leitende Unparteiische auf dem Weg in die Kabine zu einem Hofer Funktionär gesagt haben. Was war passiert: Nach einer völlig normalen und nicht unfairen ersten Halbzeit – Bayreuth führte bis dahin vor etwa 100 Zuschauern durch Tore von Sascha Marinkovic (2) und Marcel Schiller verdient mit 3:0 -, schaukelte sich das Spiel nach der Pause und den Hofer Anschlusstreffern durch Adam Sevcik und Matej Kyndl zum 3:2 immer mehr hoch.

Die Partie wurde nun von beiden Seiten  härter geführt. Auch verbal ging es immer mehr zur Sache. Höhepunkt war eine Rudelbildung in der 70. Minute nach einem Kopfballduell zwischen dem Bayreuther Christopher Kracun und dem Hofer Matej Kyndl. Der nach zehn Auswechslungen einzig verbliebene Altstadt-Spieler aus der ersten Halbzeit hatte wohl auch Kyndls Ellbogen am Hals abbekommen und ging schreiend zu Boden. Sofort stürmten Bayreuther Betreuer und auch Trainer Timo Rost auf das Spielfeld – und prompt war gleich ein ganzes Knäuel an Spielern am Ort des Geschehens. Es gab viele böse Worte und einige Schubsereien. Der Schiedsrichter und seine beiden Schiedsrichter-Assistenten hatten alle Hände voll zu tun, die Streithähne wieder zu trennen. In der Folge war richtig Gift drin in der Begegnung. Als zehn Minuten später der Hofer Kapitän Christian Schraps und Patrick Weimar noch einmal kurz aneinander gerieten, war das Maß voll für Schiedsrichter Pflaum. Er beendete das Treiben auf dem Platz vorzeitig. Die beiden Trainer, Fulvio Bifano (Hof) und Timo Rost (Bayreuth), konnten mit dieser Entscheidung gut leben. „Der Schiedsrichter hat gemerkt, dass zu viel Gift im Spiel war und wollte weitere Eskalationen vermeiden“, sagte Bifano. „Es muss ja auch niemand mit Verletzungen aus dem Testspiel herausgehen.“ 

Für den Altstadt-Coach waren Hofer Spieler der Auslöser für die hitzige zweite Halbzeit. „Der Schiedsrichter hat das genau richtig gemacht. Ich habe so etwas selten erlebt in einem Freundschaftsspiel wie diese letzten zehn Minuten, außer vielleicht bei einem Spiel gegen russische oder türkische Mannschaften in einem Trainingslager“, sagte Rost unserer Zeitung. „Aber dass man so reingeht und versucht, Spieler vorsätzlich zu verletzen und nur auf tschechisch spricht, schimpft und Spieler beleidigt, ist nicht in Ordnung.“