Robotaxis und Roboter
Musk kündigt bereits seit rund einem Jahrzehnt an, dass Serien-Teslas mit FSD tatsächlich autonom fahren werden. Nun "schätzte" er, dass diese unüberwachte FSD-Version in den USA "wahrscheinlich im vierten Quartal" eingeführt werde. Zugleich schränkte Musk ein, dass Tesla die Software nur schrittweise verfügbar machen werde, wenn man sie für eine bestimmte Region für sicher befinde.
Der Firmenchef behauptet, dass die Zukunft von Tesla in selbstfahrenden Robotaxis und humanoiden Robotern anstelle des Autoverkaufs liegen werde. Derzeit startet Tesla die Produktion seines Robotaxi-Fahrzeugs mit dem Namen Cybercab. Es ist ein Zweisitzer, der ohne Lenkrad und Pedale auskommen soll. Da "90 Prozent der Meilen" mit einer oder zwei Personen im Auto gefahren würden, werde der Cybercab auf lange Sicht wahrscheinlich den Großteil der Tesla-Produktion ausmachen, sagte Musk.
In diesem Jahr will Tesla auch die Produktion seiner humanoiden Roboter mit dem Namen Optimus starten. Der Konzern stellt seine größeren Automodelle S und X ein - und auf der dadurch frei werdenden Fläche im kalifornischen Fremont will Tesla stattdessen mit der Zeit eine Million Roboter pro Jahr bauen.
Starke Konkurrenz
Tesla will sowohl bei Robotern als auch bei Robotaxis in Märkte vorstoßen, in denen es bereits starke Konkurrenten gibt. Vor allem bei selbstfahrenden Autos ist die Google-Schwesterfirma Waymo mit ihren Robotaxis weit voraus. Waymo sei etwa 50 Mal größer, betonte etwa der langjährige Tech-Analyst und Investor Gene Munster.
Musk setzt unter anderem auf einen Kostenvorteil, weil er nur mit Kameras und ohne die teureren Laser-Radare auskommen will, die die Umgebung von Fahrzeugen abtasten. Allerdings bezweifeln viele Experten und Konkurrenten, dass damit verlässliches autonomes Fahren möglich ist.
Wieder besseres Geschäft nach Rückgängen
Die Visionen von Musk sind teuer. Tesla erhöhte die Prognose für die Kapitalausgaben dieses Jahr auf 25 Milliarden Dollar - von den erst vor drei Monaten vorhergesagten 20 Milliarden Dollar. Finanzieren muss Tesla das vor allem aus dem Geschäft mit dem Autoverkauf - und das läuft nach Absatzrückgängen 2025 wieder besser.
Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 22,39 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs um 17 Prozent auf 477 Millionen Dollar. Die weltweiten Tesla-Auslieferungen kletterten um 6,3 Prozent auf 358.023 Fahrzeuge. Im Vorjahresquartal waren die Auslieferungen noch um 13 Prozent gefallen.