Der BEV hat laut einer Pressemitteilung in einer Videokonferenz gemeinsam mit den Vereinen der Landesligen Nord und Süd den bisherigen Saisonverlauf ausführlich analysiert und besprochen. Fazit: Der bisherige Spielmodus sei durch die Unterbrechung der Saison und den bis zu diesem Zeitpunkt erlaubten Rahmenbedingungen sowie den nicht zu kalkulierenden Einflüssen durch das Pandemiegeschehen und ohne eine Verzerrung des Wettbewerbs nicht weiter vernünftig und darstellbar.

Saison abgebrochen

Die Saison 2020/2021 werde daher abgebrochen. Der BEV arbeitet nun zusammen mit den Ligasprechern an einem Modell, wie ein Spielbetrieb in veränderter Form an die Pandemie angepasst werden könne. Dies ist allerdings auch davon abhängig zu machen, wann eine Rückkehr in einen Trainings- und Wettkampfbetrieb wieder möglich ist. Hier müsse man die weiteren Beschlüsse der Politik abwarten. Doch egal wie es weitergeht: Für jeglichen Spielmodus gilt, dass für die Weiterführung des Spielbetriebs die Auf- und Abstiegsregelung ausgesetzt wird.

Ziemlich angespannt

Teammanager Alexander Herbst vom EV Pegnitz war dabei bei dieser Gesprächsrunde, „in der es nicht immer harmonisch und manchmal ziemlich angespannt zuging“, und kann die Entscheidung des BEV voll nachvollziehen: „Im Eishockey kann man ja die Saison nicht einfach so verlängern – und wir mit unserem offenen Stadion schon gar nicht.“ Falls die Politik in diesem Winter überhaupt noch einmal grünes Licht geben sollte, gebe es durchaus schon Pläne, die man demnächst konkretisieren wolle. Herbst und Co. schwebt da ein regionales Modell vor. Da könnten die Ice Dogs in einer nordbayerischen Runde mit dem ESC Haßfurt, den Bayreuth Tigers, VER Selb 1b und gegebenenfalls den Bayernligisten ERSC Amberg und ERV Schweinfurt antreten. Alexander Herbst: „Das wäre die bestmögliche Alternative.“

EV braucht Eis

Dazu bräuchte man aber wieder Eis in Pegnitz. Schon am Freitag der vergangenen Woche hat der Betreiber die Eismaschine abgestellt, nachdem die Bayerische Staatsregierung nach dem Urteil in Sachen Training im Fitnessstudio den Trainingsbetrieb im Amateursport komplett untersagt hatte. Herbst kann das nicht ganz nachvollziehen, denn der EVP hatte sogar angeboten, die Eisfläche auf eigene Kosten zu mieten – und zwar vor allem für den Nachwuchs. In Ottobrunn zum Beispiel hatte es der heimische ERSC durchgesetzt, dass man die Eisfläche in fünf abgetrennte Zonen teilen konnte und auf jeder von ihnen zwei Kinder üben durften.

Gespräch mit Nierhoff

„Das geschah in Absprache mit den Behörden, und auch wir hatten grünes Licht vom Ordnungs- und Gesundheitsamt in Bayreuth“, sagt Herbst. Da war das Eis aber schon getaut. Nun will der Sportliche Leiter in dieser Woche das Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Nierhoff suchen, damit zumindest die Eismaschine wieder angeworfen wird, sobald es erlaubt wird.

Alles sehr traurig

Die Finanzen als Argument will der Funktionär nicht gelten lassen: „Es geht um die Jugend und damit letztlich um unsere Zukunft – da muss man einfach Lösungen finden. Ich will nicht in die Vereinsannalen eingehen als derjenige, der alles abgeblockt hat mit dem Argument ’Wir haben doch kein Geld’. Das ist alles sehr traurig.“ Er werde jetzt versuchen, gemeinsam mit der Stadt Sponsoren zu finden.

Ein langer Lockdown gefährde Eishockeyclubs in ihrer Existenz mehr als andere Vereine. „Sollte in dieser Saison gar nichts mehr gehen, wären unsere Kinder und Jugendlichen mit Ausnahme einer Trainingseinheit rund 20 Monate nicht auf dem Eis gestanden – wenn es erst im Herbst 2021 weitergeht. Ob wir da alle bei der Stange halten können?“