Eishockey-Legende Hans Zach kommt zum Ball des Sports

Entspannter als früher verfolgt Hans Zach heute Eishockey-Spiele. Foto: Imago

Der „Alpenvulkan“ kehrt nach Bayreuth zurück: Eishockey-Legende Hans Zach wird als Ehrengast beim Ball des Sports dabei sein.

Ein Ehrengast von (mindestens) nationalem Rang gehört dazu beim Bayreuther Ball des Sports. Diesmal hat das Sportkuratorium aber sogar eine Person gewinnen können, die zusätzlich auch noch in der speziellen Bayreuther Sportgeschichte einen dauerhaft hohen Stellenwert hat: Eishockey-Legende Hans Zach wird am 25. Februar in der Oberfrankenhalle erwartet.

Die zwei Jahre mit dem mittlerweile 73 Jahre alten Tölzer auf dem Trainerposten gelten in der Bayreuther Eishockey-Geschichte als die glanzvollsten mit Ausnahme der Saison 1984/85, die mit dem Aufstieg zum einjährigen Bundesliga-Gastspiel endete. Nachdem er 1988 als erster deutscher Eishockey-Diplomtrainer und Jahrgangsbester der Sporthochschule Köln nach Bayreuth gekommen war, führte er den damals gerade neu gegründeten Schlittschuhverein in der noch zweigleisigen 2. Bundesliga zweimal zur deutschen Zweitliga-Meisterschaft und in der Aufstiegsrunde bis auf einen beziehungsweise zwei Punkte an die beiden Aufstiegsplätze heran.

Obwohl Disziplin und Defensivarbeit zu Zachs wichtigsten Anforderungen an seine Mannschaften gehörten, verbreiteten die Bayreuther in dieser Zeit mit dem brillanten US-Spielmacher Jeff Pyle und dem im zweiten Jahr dazu gekommenen Torjäger Pierre Rioux eine kaum jemals wieder erreichte spielerische Qualität. Die Begeisterung der Fans brachte das damals noch nicht mit einer Sitztribüne auf der Gegengeraden ausgestattete Stadion an die Kapazitätsgrenze. Gleichzeitig lagen die Zach-Teams mit weniger als zehn Strafminuten pro Spiel jeweils an der Spitze der Fairplay-Wertungen, und die Nachwuchsarbeit im Verein blühte auf. Mit Horst Bärnreuther und Uwe Schneider wurden erstmals zwei Bayreuther für deutsche Auswahlmannschaften nominiert. Allerdings erkannte Zach bald (und sagte es auch), dass die Rahmenbedingungen in Bayreuth nicht für eine Rückkehr in die höchste Spielklasse ausreichten.

Die persönliche Tauglichkeit des ehemaligen Nationalspielers (80 Länderspiele, Teilnehmer an vier Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid) für höchstes Niveau war dagegen längst bewiesen. Folglich führte sein Weg vom Zweitligisten direkt zum damaligen Deutschen Meister Düsseldorfer EG, den er gleich noch zu drei weiteren nationalen Titeln führte. Nach ebenfalls längerfristigen Engagements bei den Kassel Huskies und den Kölner Haien gewann er 2010 zum Abschluss seiner Trainerlaufbahn (abgesehen von einem kurzen Comeback 2014 in Mannheim) noch eine sensationelle vierte Meisterschaft mit dem Außenseiter Hannover Scorpions. Dazwischen hatte kein anderer deutscher Trainer einen Titel geholt.

Außerhalb der Eishockey-Hochburgen erwarb Hans Zach einen großen Teil seiner Popularität als emotionaler und kompromisslos engagierter „Alpenvulkan“ an der Bande durch sein Amt als Bundestrainer von 1998 bis 2004. Die zuvor in der Weltspitze oft spielerisch nicht konkurrenzfähig wirkende DEB-Auswahl führte er mit seinem defensiven und kämpferischen Stil aus der B-Gruppe dreimal ins WM-Viertelfinale und zu den Olympischen Spielen 2002.

Bei allen Lobeshymnen auf den Trainer Hans Zach kommt oft seine Laufbahn als Spieler etwas kurz. Nicht weniger als 17 Jahre lang war er von 1967 bis 1984 in der Bundesliga aktiv, wobei 602 Einsätze registriert sind. Er möge verzeihen, wenn man aus den Statistiken seine 518 Scorerpunkte (254 Tore) hervorhebt. Die ihm selbst vermutlich viel wichtigere Plus-Minus-Bilanz, in der auch die Defensivarbeit zum Ausdruck kommt, wurde damals noch nicht erfasst.

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