Prominente Insolvenzen
Entsprechend gedämpft fallen die Erwartungen für 2026 aus. Laut einer BTE-Umfrage unter gut 200 Modehändlern befürchtet ein Drittel ein Umsatz-Minus von einem Prozent oder mehr. In der Bekleidungsbranche rechnet nur knapp jedes dritte Unternehmen mit einem nennenswerten Plus, im Schuhhandel nur etwa jedes sechste. Die Lage ist für viele Firmen angespannt. Für Aufsehen sorgte zuletzt die Ankündigung von Zalando, ein Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten zu schließen. Der Textildiscounter Kik teilte im September mit, unrentable Filialen zu schließen. Wie viele, ist noch unklar.
Für andere ist die Situation existenzbedrohend. "Das Insolvenzgeschehen im Mode- und Bekleidungshandel hat sich 2025 weiter zugespitzt", sagt der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. Zu den prominenten Fällen zählten zuletzt der Modehersteller Gerry Weber, der Schuhhändler Görtz und die Modemarke Closed. Auch der Hemdenhersteller Eterna stellte einen Insolvenzantrag. Im Januar scheiterte die Rettung des insolventen Herrenausstatters Wormland.
Für 2026 rechnet Hantzsch nicht mit einer Trendwende. Insolvenzen blieben wahrscheinlich, insbesondere bei Unternehmen mit hoher Filialdichte, knappen Liquiditätsreserven und fehlender oder veralteter Profilierung. Bereits seit Jahren schrumpft die Zahl der Bekleidungshändler. 2010 gab es bundesweit noch knapp 22.900 Unternehmen, 2025 waren es nur noch rund 12.050. Die Zahl der Schuhhändler fiel im selben Zeitraum von mehr als 5.000 auf etwa 2.450. Ein Händler kann ein einzelner Selbstständiger sein oder ein größeres Unternehmen mit zahlreichen Filialen.