Einsiedlerdasein im Gefängnis Waldläufer hat schon einen Rechtsanwalt

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Von der Einsamkeit des Waldes in die Einsamkeit der Haft: Der als Waldläufer bekannte 61-jährige Tscheche muss sich jetzt von seinem Einsiedlerdasein im Wald umstellen - und mit seinem Verteidiger sprechen. Das ist nach Informationen des Kuriers der Hofer Anwalt Walter Bagnoli. Der beruft sich zunächst allerdings auf seine Schweigepflicht. Die Behausung des Waldläufers ist derweil bereits komplett abgebaut.

Bei einem Einbruch in den Kiosk eines Freibades wurde der Waldläufer dabei gefilmt, wie er sich aus dem Kühlschrank Lebensmittel holte. Foto: Polizei Foto: red

Im Gefängnis angekommen musst der Waldläufer zunächst einmal: duschen. Ob dabei eine Dusche ausgereicht hat? Bei seiner Verhaftung hatten sowohl der Waldläufer als auch seine höhlenähnliche Behausung in einem Wald bei Wunsiedel höllisch gestunken. Die Vorführung sei nicht angenehm gewesen für die Beamten, hieß es von Beteiligten.

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Die Behausung des Mannes im Wald bei Wunsiedel ist seit Anfang der Woche komplett abgebaut. Die Polizei wollte verhindern dass ein Pilgerort daraus entsteht. Von Pfeil und Bogen bis zum Porzellanfrosch, der als Schmuckstück bei ihm stand, lagert jetzt alles – in einer Doppelgarage bei der Polizei in Wunsiedel.

Insgesamt hat er seit April vergangenen Jahres 90 Einbrüche begangen, bei denen er sich mit Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen versorgte. Den Wert seiner Beute schätzt die Polizei auf rund 3000 Euro, den Sachschaden auf rund 10 000 Euro. Mehr als 1000 Einsatzstunden haben die Ermittler der Polizeidienststellen im Landkreis Wunsiedel gebraucht, um ihn zu fassen. Nach der Festnahme des Mannes äußerten einige der Betroffenen sogar Mitleid.