„Es gab noch einmal eine Sitzung, in der die Lage neu bewertet wurde“, sagt Joachim Oppold, der Pressesprecher der Stadt, auf Kurier-Anfrage. Unter den aktuellen Umständen im Lockdown und wegen der hohen Corona-Infektionszahlen im Stadtgebiet könne die Versammlung doch nicht stattfinden, so das Ergebnis der Besprechung am Nachmittag im Rathaus.

Ursprünglich sollte die Bürgerversammlung im Europasaal des Internationalen Jugendkulturzentrums in der Äußeren Badstraße stattfinden. Der Oberbürgermeister und die Referenten der Stadtverwaltung sollten für die Fragen der Bürger bereit stehen. Die Teilnehmer hätten sich telefonisch oder per Mail anmelden sollen. Wer Krankheitssymptome aufgezeigt oder in den zwei Wochen vorher Kontakt zu Covid-19-Patienten gehabt hätte, hätte nicht teilnehmen dürfen. Ob und wie dies überprüft worden wäre, ging aus der Einladung nicht hervor.

Das jedoch ist alles Schnee von gestern. „Wir wurden von der aktuellen Entwicklung überholt und mussten kurzfristig reagieren“, sagt Oppold. Die Frage, warum man in der Verwaltung an den Plänen einer Bürgerversammlung noch bis in die ersten Tage des neuerlichen Lockdowns hinein festhielt, konnte Oppold nicht beantworten. Worauf er aber hinweist: Bei dringenden Angelegenheiten stehen die Bürger trotz der Absage nicht alleine da. Die Dienststellen der Stadt seien auch im Lockdown weiterhin telefonisch und per Mail erreichbar. Außerdem würden „sämtliche Stadträte und die Distriktvorsteher“ als Ansprechpartner und Vermittler bereit stehen.

Wann die Bürgerversammlung nachgeholt werde, hänge vom Verlauf der Corona-Pandemie ab. „Wir können nicht in die Glaskugel schauen.“ Falls sich die Lage nicht zügig ändere, sei auch eine digitale Versammlung ähnlich des digitalen Bürgerforums im Oktober denkbar. „In der Kürze der Zeit war die Organisation jedoch nicht zu stemmen“, sagt Oppold.