Pottenstein - Per Videokonferenz informierten sich einzelne Parteimitglieder über das Konzept eines Tante-M-Ladens. Organisiert wurde das Ganze von Alexander Hofmann aus Pottenstein, der eine Chance für seine Heimatstadt wittert.
Seit mehr als zwei Jahren gibt es nun in der Pottensteiner Innenstadt keinen Nahversorger mehr. Wer einkaufen gehen möchte, muss zur Norma auf den Langen Berg oder in die umliegenden Städte fahren. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, die Grundversorgung wieder in die Stadtmitte zu holen. Gemeinsam mit den Ortsverbänden der FDP Bayreuth Land und FDP Pottenstein sprachen die Lokalpolitiker mit Christian Maresch, der mit seinem Tante-M-Ladenkonzept Revolutionäres plant.
Pottenstein - Per Videokonferenz informierten sich einzelne Parteimitglieder über das Konzept eines Tante-M-Ladens. Organisiert wurde das Ganze von Alexander Hofmann aus Pottenstein, der eine Chance für seine Heimatstadt wittert.
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Insgesamt 17 Geschäfte hat Maresch bereits eröffnet und in wenigen Tagen macht Nummer 18 in Löwenstein auf.
Die grundsätzliche Idee ist die, leer stehende Räume und deren Flächen zu nutzen und dort ein gewisses Sortiment anzubieten. Der Clou: Es gibt kein Personal. Stattdessen gehe es darum, dass die Kunden quasi sich selbst bedienen und am Ende auch eigenständig dafür bezahlen.
„Wir geben einen gewissen Vertrauensvorschuss. Natürlich gibt es zur Prävention und zur Nachverfolgung von Diebstahl oder Vandalismus Kameras. Aber das Konzept funktioniert soweit, und wenn wir mal ehrlich sind, gibt es überall schwarze Schafe. Dagegen können wir nichts machen“, meint der Geschäftsführer des Unternehmens.
Ortschaften mit 1000 bis 4000 Einwohnern sind das grobe Ziel von Maresch, weshalb man auch in Pottenstein hellhörig wurde.
Das Sortiment, welches in einem Tante-M-Laden angeboten wird, lässt sich zwar nicht mit dem eines großen Supermarktes vergleichen, doch es reiche aus, um die Bedürfnisse im Großen und Ganzen zu decken. Jede einzelne Filiale passe sich den Wünschen der Bürger an. Falls ein Produkt nicht so gut gehe, dann werde es durch ein anderes ersetzt.
Das Mitwirken der Kunden sei erwünscht und wichtig. „Die Produkte, die von der Kundschaft gewünscht werden, gibt es dann testweise in den Läden und wir prüfen, ob diese letztendlich auch gekauft werden.“ Da das Unternehmen mit allen gängigen Märkten zusammenarbeitet, gebe es auch fast alle Produkte, die man sich wünschen kann.
Mit einigen Ausnahmen, wie Maresch verrät: „Es gibt keinen Alkohol oder Tabakprodukte. Viele sehen das positiv. Letztendlich ist es so, dass wir das machen müssen. Wir würden bestimmt gut daran verdienen, aber das würde nur für Ärger sorgen.“ Da es kein Verkaufspersonal gibt, könne auch nicht überprüft werden, wer welche Ware kauft. Deshalb gehe man auf Nummer sicher. „Tatsächlich haben wir zwei Läden, in denen wir auch eine Postfiliale betreiben, und dort für mehrere Stunden Personal da ist. Da verkaufen wir auch solche Sachen.“ Das sei aber nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme.
Neben den vielen Markenprodukten gibt es auch eine eigene Tante-M-Marke. Doch auch regionale Produkte soll es geben. So sollen Fleischwaren, Obst und Gemüse von heimischen Lieferanten bezogen werden. „Im Idealfall ortsansässige, wie Honig vom Imker, Eier oder Kartoffeln vom Bauernhof. Da sind wir komplett offen.“
Der wichtigste Punkt, den Maresch hervorhebt, sind die Öffnungszeiten seiner Läden. Oftmals seien die Zeiten der großen Discounter beschränkt und nicht mehr zeitgemäß, während in der Tante-M-Filiale theoretisch 24 Stunden möglich wären.
Da es aber kaum einen Bedarf um 2 Uhr morgens gebe, haben die meisten Tante-M-Läden von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr abends geöffnet. „Damit erreichen wir eigentlich jeden, der noch schnell etwas braucht“, ist er sich sicher.
Es mache auch nichts, wenn es ein großes Zeitfenster gebe, in dem keine Kunden zum Kaufen vorbeischauen, da kein Personal vorgehalten werde. Die Selbstbedienungskasse funktioniere recht einfach, sodass auch die ältere Kundschaft oder ein recht junger Einkäufer damit umgehen können. „Die Produkte werden gescannt oder im Fall von Backwaren einfach wenige Tasten gedrückt und am Ende wird bar oder per Karte gezahlt.“
Wechselgeld kann die Kasse nicht herausgeben. Deshalb sei es wichtig, dass die Kunden das Geld passend zur Hand hätten. Zudem gibt es eine Tante-M-Karte, die – ähnlich wie eine EC-Karte - das Bezahlen an der Kasse vereinfachen soll.
Am Ende des Jahres soll es 40 Filialen in Deutschland geben. Die Nachfrage ist groß, und man komme kaum hinterher. „Durchschnittlich haben wir eine Anfrage pro Tag.“
Ob ein Tante-M-Laden auch in Pottenstein funktionieren könnte, müsse erst noch geprüft werden. Doch auch für andere Ortschaften sei das Konzept interessant. „Ich könnte mir sowas auch in Trockau vorstellen“, sagt das ehemalige Pegnitzer Stadtratsmitglied, Stefan Reinfelder.
Die Idee von Christian Maresch kam bei allen Teilnehmern der Videokonferenz gut an, und der Traum eines Nahversorgers in der eigenen Ortschaft rückt ein kleines bisschen näher.