Krimi-Nacherzählung
„Three Kingdoms“ wirkt über weite Strecken wie die Nacherzählung eines Mankell-Buchs (vielleicht "Die Hunde von Riga"?) , allerdings ohne die gesellschaftliche Dimension des schwedischen Meisters. Auch, weil Behnke, Schauspieldirektor in Münster, auf die schlichteren Mittel des Theaters setzt. Die Ermittler (Dominique Bals als Stone, Ralf Hocke als sein Kollege) sind guter und böser Cop mit komischem Potenzial, so wie man das sattsam aus Film und Fernsehen kennt. Kommen Gefühle ins Spiel, wird’s zuverlässig laut, auch dann, wenn etwa die Begegnung zwischen Stone und Susanna nach leiseren Tönen verlangte. Man spricht und spielt überdeutlich, das Stück wirkt auf einmal holzschnittartig. Manche Dialoge klingen auf einmal bestürzend banal, die meisten Figuren bleiben Klischee. Da kann man's den Schauspielern kaum verdenken, dass sie manchmal wirken, als würden sie sich nach drastischen Wörtern am liebsten den Mund ausspülen. Insgesamt ist dieser Abend über weite Strecken zu brav.