Das Wahllokal am Gymnasium Christian-Ernestinum ist seit 7.45 Uhr geöffnet, etliche Schüler haben Schüler die Gelegenheit ergriffen und ihre Stimme abgegeben. Gewählt wird nicht etwa der Schülersprecher, die Mädchen und Jungen machen ihr Kreuz auf Europawahl-Stimmzetteln. „Das ist eine Premiere am GCE“, erzählt Sozialkunde-Lehrerin Katharina Kämpf. Die Juniorwahl zur Europawahl – also die Vorabstimmung der Jugendlichen vor der eigentlichen Wahl am Sonntag – gibt es seit 1999 bei Bundestags-, Landtags- und Europawahlen.

Schulen können sich anmelden, die Schüler im Vorfeld im Unterricht darauf vorbereiten und dann wird abgestimmt. Die Aktion an das GCE geholt hat die Schülermitverantwortung, allen voran Schülersprecher Konstantin Knopf. „Ich bin im letzten Jahr bei der Landtagswahl in der Zeitung darauf aufmerksam geworden und dachte, dass das auch etwas für unsere Schule wäre“, erklärt der Zehntklässler. Die GCE-Schüler konnten sich nicht nur im Sozialkunde- und Geschichtsunterricht auf die Wahl vorbereiten, die Q12 stellt in der Pausenhalle auch Infos rund um Europa aus. „Das soll die Entscheidung erleichtern“, sagt Katharina Kämpf, die Aufsicht im Wahllokal hat. Ein Lehrer ist immer vor Ort, denn die Urne muss beaufsichtigt sein.

Bis zum Mittwochnachmittag haben die rund 370 Schüler aus den Jahrgangsstufen acht bis zwölf die Chance abzustimmen, bevor die Wahlhelfer – jede Klasse stellt zwei – auszählen. Das Ergebnis wird dann an den Organisator der bundesweiten Juniorwahlen, dem Verein Kumulus, weitergeleitet. Verkündet wird es aber erst mit dem Europawahlergebnis am Sonntagabend. „Eigentlich ist vorgesehen, dass die Schüler geschlossen mit einen Lehrer in das Wahl-Zimmer kommen“, erzählt Knopf.

Das habe man aber gezielt nicht so gemacht: „Die Schüler sollen Engagement zeigen und von sich aus ihre Stimme abgeben. Sie müssen, wenn sie über 18 sind und wählen dürfen, ja auch aus freien Stücken zur Abstimmung gehen“, sagt der Schülersprecher. GCE-Schulleiter Franz Eisentraut begrüßt die Aktion: „Die Schüler befassen sich gezielt mit der Europawahl, so wird das Abstrakte für sie greifbar. Die Schülermitverantwortung hat sich richtig reingehängt, um die Wahl an die Schule zu holen, ich denke wir werden das zukünftig weiterführen.“


Den ganzen Bericht lesen Sie in der Druckausgabe des Nordbayerischen Kuriers am Dienstag, 21. Mai.