Deutlich weniger Besucher als letztes Jahr bei der Gesundheitsmesse in der Bärenhalle
Sie hatte den Charakter eines Gemischtwarenladens, die zweitägige Gesundheitsmesse am Wochenende in der Bärenhalle. Rund 1600 Besucher kamen, um sich über Gesundheitsthemen zu informieren. Geboten wurde die ganze Bandbreite von Wellness und Orthopädietechnik bis hin zu Tupperware und Bausanierung. Tierversuchsgegner warben um Unterschriften, Badepralinen dufteten, Halbedelsteine glänzten.
Deutlich weniger Besucher als letztes Jahr bei der Gesundheitsmesse in der Bärenhalle
Nach der Werbung weiterlesen
"Ja, das ist eine Kombimesse", erklärt Veranstalter Sven Sauer aus Bamberg. "Weil die Kurier-Baumesse verschoben wurde, und erst im November stattfindet, haben wir uns breiter aufgestellt und auch den Bereich gesundes Bauen mit aufgenommen."
Die Besucher sind mit dem Angebot zufrieden, wenn es auch deutlich weniger sind als noch letztes Jahr. 2015 waren es etwa 2000. "Am Samstag war das Wetter einfach zu schön. Das holt man dann am Sonntag nicht mehr rein," sagt Sven Sauer. Viele potenzielle Aussteller gehen lieber auf Ausbildungsplatzbörsen. Sie müssen sich um den Nachwuchs kümmern. "Das habe ich mir oft anhören müssen," sagt Sauer.
Gut angenommen werden diverse Vorträge zu den Bereichen Lebensenergie, Quantenheilung und Pflegefall. Auch ein Workshop, der ein Friedens- und Vergebungsritual der Huna-Lehre namens "Hooponopono" näher beleuchtet. Ganz pragmatisch dagegen: ein Bamberger Kaffeeröster schenkt frisch gemahlenen Kaffee aus und sorgt vor allem beim Standpersonal für Lebensenergie.
"Tierversuche sind nicht alternativlos", wirbt Leo Teuscher am Stand "Ärzte gegen Tierversuche." Und viele Medikamente würden noch heute intensiv im Tierversuch erprobt. Warum sie in Bindlach auf der Gesundheitsmesse ausstellen? "Weil wir hier Leute antreffen, die sensibel sind für dieses Thema," erklärt er.
Aus Schwarzenbach an der Saale kommen Doris und Klaus Hofer mit ihrer Tochter Saskia. Sie besuchen die Messe, weil alle drei im weitesten Sinne im Gesundheitsbereich tätig sind. Die Mutter ist Krankenschwester, interessiert sich für Neuheiten vor allem bei der Altenpflege, die Tochter Erzieherin, und Klaus Hofer ist Versicherungsvertreter. "In erster Linie Krankenversicherungen." Wie auch ein Laie einen Defibrillator einsetzen kann, dieser Vortrag interessiert sie als erstes. Und vor allem Doris Hofer ist auch immer auf der Suche nach Fortbildungsmöglichkeiten.
Kurz war der Weg für Siegrid und Helmut Weisser. Die beiden 75-Jährigen wohnen am Bindlacher Berg. "Wir freuen uns, dass die Bärenhalle für so etwas genutzt wird," sagt Helmut Weisser. Beide plagen erste Altersbeschwerden, "und da entdeckt man doch so manches, was hilfreich sein kann." Siegrid Weisser hatte sich mehr Möglichkeiten zu Kurzuntersuchungen erhofft. "Cholesterinwerte messen oder ein Zuckertest," sagt sie.