Volksfest: Schausteller müssen deutliche Umsatzeinbußen verkraften Die Sonne schleckt das Publikum weg

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Eigentlich ist genau das eingetroffen, was sich die Organisatoren des Bayreuther Volksfestes gewünscht haben. Nur eben in einer etwas anderen Intensität: „Vergangenes Jahr haben wir nach dem Volksfest gesagt: Hoffentlich ist es nächstes Jahr wärmer. Das hat geklappt“, sagt Manuel Becher, Geschäftsführer der Bayreuth Marketingg- und Tourismus-GmbH (BMTG), mit ironischem Unterton. Denn: Es hat zu gut geklappt mit der Wärme.

Wenn der Platz voll war, wie am Eröffnungstag des Volksfests, dann waren die Schausteller zufrieden. Das war aber nicht sehr oft der Fall. ⋌Foto: Harbach Foto: red

Speziell über die Pfingstfeiertage und in der ersten Woche des Volksfestes war es allerdings stellenweise so heiß, dass das Kreuzsteinbad den Wettkampf um die Gäste deutlich für sich entschied.

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Entsprechend fällt die Bilanz der Schausteller aus. Gudrun Sommerer, die Vorsitzende der Bayreuther Schausteller, sagt, dass den Schaustellern „die Hitze schwer zu schaffen gemacht hat. Schade, denn es war wieder ein tolles Fest. Viele haben sich angestrengt, damit das Fest noch einmal einen Sprung nach vorn macht bei der Qualität. Aber Hitze ist für ein solches Fest einfach tödlich“, sagt Sommerer.

Die Ruhezonen, die auf dem Festplatz geschaffen wurden, die Wimpelketten, die großen Kübelpflanzen, die Auswahl der Fahrgeschäfte – alles hätte dazu beigetragen, dass es ein tolles Fest hätte werden können. Wenn, ja wenn genug Leute gekommen wären. 30 bis 35 Prozent, schätzt Sommerer, hätten sie und ihre Kollegen gegenüber dem Vorjahr verloren. Und das was war wegen der Kälte auch schon alles andere als optimal. „Aber: Das Wetter und dann auch noch die Fußball-Weltmeisterschaft, das sind eben Faktoren, die wir nicht bestimmen können“, sagt Sommerer. Nach einem verheißungsvollen Auftakt mit einem gut gefüllten Festplatz habe die Sonne den Besucherstrom schmelzen lassen wie Eis in der Sonne. Nur das vergangene Wochenende habe geholfen, dass es den Schaustellern die Bilanz eines „sonst wie immer schönen und friedlichen Volksfestes“, wie Sommerer sagt, nicht komplett verhagelt.

Das bestätigt auch Jochen Mörz, der Festwirt, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Der vergangene Samstag und der Sonntag haben einiges rausgerissen. Da lagen wir deutlich besser als im vergangenen Jahr. Aber da war halt total schlechtes Wetter.“ Mörz sagt, er ziehe den Hut vor seinem Personal: „Gut, dass meine Leute im Service sich die Laune nicht dadurch vermiesen ließen, dass von elf Tagen Volksfest an sieben, acht Tagen fast nichts los war. Die Leute sind ja auch zum Geldverdienen da.“

Mörz sagt, er werde in den nächsten Tagen das Gespräch mit den Verantwortlichen der BMTG suchen. Denn grundsätzlich würde er mit seinem Zelt gerne langfristig in Bayreuth auf dem Volksfest bleiben. Doch um das zu erreichen, müssten sich die Rahmenbedingungen ändern. Eines der Probleme, die Mörz sieht: „Auf dem Festplatz verteilt stehen mehr Garnituren als bei mir im Festzelt.“ Die Konkurrenz der Betriebe, die auch Bier und Essen anbieten, ist zu groß. Aber das sie nur einer von mehreren Punkten, die es zu besprechen gelte. „Ich bin guter Dinge, dass wir einen Weg finden“, sagt Mörz. „Wir brauchen eine Regelung, die allen gerecht wird.“

Manuel Becher sagt, das Gespräch mit dem Festwirt werde bereits heute Mittag stattfinden. „Wir werden sicher eine Lösung finden. Denn wir brauchen eine langfristige Perspektive“ – gerade was das Festzelt angehe. Auch wenn wegen der Neuausschreibung für das Stadtmarketing die Übergangsregelung für die BMTG Ende September auslaufe „und wir nicht wissen, ob wir beim nächsten Volksfest noch die sind, die das Steuer in der Hand haben“, wie Becher sagt, wolle man, „dass alles in geordneten Bahnen läuft und wie gewohnt die Vorbereitungen fürs nächste weitergehen“.

Becher sagt am Montagnachmittag, aus Sicht der BMTG sei das Volksfest „eigentlich sehr gut gelungen. Abgesehen von den äußeren Rahmenbedingungen – Wetter und Weltmeisterschaft – war das ein schönes Fest. Wir hoffen, dass die Schausteller spätestens nach dem Deutschland-Spiel am Montagabend noch einmal richtig viel zu tun bekommen. Damit wir alle noch mit einem blauen Auge aus der Sache rauskommen“.