Wo sonst Krieg geprobt wird, gibt es auch heuer wieder Verluste. Es trifft – Ogier. Ein Reifenschaden kostet ihn fast zwei Minuten. Im Servicepark hätten ihm seine Mechaniker in weniger als einer Viertelstunde das Differenzial wechseln können oder vier Federbeine. Bei einem Plattfuß aber muss sich auch ein fünfmaliger Weltmeister selbst helfen. Der WM-Traum scheint erst einmal geplatzt.
Zumal am Sonntag nur mehr drei Prüfungen warten. Ideal zum Verwalten. Eigentlich. Doch dann kommt alles ganz anders. Dani Sordo (Hyundai) wirft seinen zweiten Platz in die Rebstöcke, Mads Östberg (Citroën) trifft einen Baum, und am Toyota von Jari-Matti Latvala streikt das Getriebe. Ogier macht Druck, wird am Ende Vierter und holt sich auf der letzten Prüfung noch fünf Zusatzpunkte für die Powerstage-Bestzeit. Mit einem Zehntel Vorsprung. Genau das macht seine Klasse aus.
Von wegen also Luft raus. Der wankende König kann fast zufrieden sein. Neuville nicht enteilt, Tänak noch auf Abstand, und bei noch vier Rallyes weiterhin beste Chancen auf den sechsten Titel. Abgerechnet wird schließlich erst zum Schluss…