Eine Träne auf der Wange der Zeit." So nannte der indische Dichter Rabindranath Tagore das Taj Mahal. Und er hat recht mit seiner Lobpreisung. Unvergleichlich in Perfektion und Symmetrie, spiegelt der "Kronen-Palast" wie kein anderes Bauwerk den Glanz jener versunkenen Epoche, in der die Mogulkaiser von Agra aus über Indien herrschten. Der Zauber des Ortes erwächst aber auch aus seinem hinreißend romantischen Ursprung – der Bau ist ein Manifest inniger Liebe. Als nämlich Mumtaz Mahal, die Lieblingsfrau des Großmoguls Shah Jahan, 1631 bei der Geburt ihres vierzehnten Kindes stirbt, gibt dieser – tief erschüttert ob des Verlustes – ein Mausoleum in Auftrag, das alles bisher Dagewesene an Schönheit und Vollkommenheit übertreffen sollte. 17 Jahre sollte die Ausführung dauern.