Ehepaar erstochen Was über die Bluttat von Mistelbach bekannt ist

In diesem Haus in Mistelbach wurde die doppelte Bluttat begangen. Foto: Manfred Scherer

Ein Arztehepaar ist am frühen Sonntagmorgen in Mistelbach erstochen worden. Unter Verdacht steht ein 18-Jähriger, der sich um vier Uhr in der Früh freiwillig der Polizei gestellt hat. Die vier minderjährigen Kinder der Getöteten waren bei der Bluttat im Haus.

Bayreuth/Mistelbach - Nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei wurde die doppelte Bluttat kurz nach Mitternacht begangen. Enge Nachbarn hörten in dem Wohngebiet Kirchröthe in Mistelbach Hilfeschreie und alarmierten die Polizei. Die Nachbarn betraten das Anwesen nicht, so ein Polizeisprecher.

Die Einsatzkräfte fanden im Keller des Anwesens die Leichen der 47-jährigen Frau und ihres 51-jährigen Ehemannes. Die ersten Untersuchungen ergaben: Das Ehepaar war an Stichverletzungen gestorben. Nach dem Tatverdächtigen begann eine Großfahndung.

„Ich bin erschüttert“, sagt ein Nachbar, der in Rufweite wohnt, jedoch von den Vorgängen in der Nacht nichts mitbekommen hat. Das getötete Ehepaar hatte vier Kinder, die allesamt noch nicht volljährig sind. Laut Polizeisprecher Matthias Potzel waren die Kinder in dem Haus, als ihre Eltern getötet wurden. Nicht alle hätten die Tat mitbekommen. Die vier Kinder kamen in Obhut des Jugendamtes und werden betreut.

Der getötete Familienvater stammt aus Augsburg und war seit 2008 in einer Praxis im Landkreis tätig, seine Ehefrau arbeitete als Ärztin im Klinikum, sagen Nachbarn. Nachbarn berichten auch davon, dass es in der Familie zuletzt ein Ärger und Probleme wegen des Freundes der ältesten Tochter gegeben habe. In einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft habe sich der mutmaßliche Täter „berechtigt“ im Haus aufgehalten. Dass es sich bei dem 18-jährigen Verdächtigen, der sich der Polizei gestellt hatte, um den Freund gehandelt habe, wollte Polizeisprecher Potzel jedoch auf Anfrage „noch nicht“ bestätigen. Die Ermittlungen seien noch am Anfang, der Verdächtige solle vernommen werden. Auch um die Hintergründe für die Tat zu klären. Deshalb klassifiziert die Polizei die Bluttat zurzeit rechtlich noch nicht und spricht nur von Tötungsdelikt. Bei einem noch nicht abschließend geklärten Motiv könne man nicht von „Doppelmord“ sprechen.

In Mistelbach machte die Nachricht von dem Drama schnell die Runde. Schon beim Frühschoppen berichteten Gemeindearbeiter, Schneeräumen sei in der Stichstraße zum Tatort nicht möglich gewesen, weil dort abgesperrt war.

Bis zum Mittag waren Kriminalbeamte in dem Haus. Laut Polizeisprecher Potzel wurde die Spurensicherung durchgeführt. Dabei seien einige Gegenstände sichergestellt worden, die Untersuchungen müssten zeigen, ob darunter auch die Tatwaffe ist.

Der Verdächtige soll am Montag dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

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