EHC will vierten Sieg im vierten Derby

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Ohne Druck kann Vizemeister EHC Bayreuth in die letzten beiden Hauptrunden-Spiele der Oberliga Süd gehen. Doch zurückstecken werden die Tigers sicher nicht, denn am Freitag (20 Uhr, in Selb) steht das prestigeträchtige Oberfrankenderby an – und der EHC könnte seiner Spielzeit einen weiteren Höhepunkt hinzufügen.

Der zweite Platz ist sicher, aber ein Ausruhen gibt es nicht – vor allem nicht im Derby: EHC-Aushilfsverteidger Jan Pavlu (links, im Duell mit Timo Roos) will auch im vierten Spiel zwischen den Bayreuth Tigers und den Selber Wölfen mit vollem Einsatz dafür sorgen, dass kein Gegenspieler an ihm vorbeikommt. Foto: Peter Kolb Foto: red

In den ersten beiden Oberliga-Spielzeiten der EHC-Geschichte waren Bayreuther Derbysiege dünn gesät. Neun von elf Partien zwischen den Tigers und den Wölfen gingen an den VER. Da sie auch in der Tabelle stets die Nase vorn hatten, beanspruchten die Selber zurecht die Vorherrschaft in Oberfranken.

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Doch in dieser Saison haben sich die Kräfteverhältnisse gedreht. Der EHC wird die Spielzeit als Zweiter abschließen, der VER wohl als Sechster. Zudem gewannen die Bayreuther bisher alle Oberfrankenderbys (3:2, 2:1 und 6:4) und haben nun die Chance, sich am Nachbarrivalen schadlos zu halten.

Das ist für die Tigers genug Motivation. „Das Derby ist nie ein normales Spiel“, sagt EHC-Trainer Sergej Waßmiller. „Wir werden 100 Prozent Einsatz bringen und alles probieren, um das Eis als Sieger zu verlassen.“ Zudem sieht er das „sicherlich wieder intensive“ Spiel als eine Generalprobe für die anstehenden Playoffs.

Alle Mann sind fit

Dabei kann Waßmiller auf seinen kompletten Kader zurückgreifen, an den zuletzt sehr gut harmonierenden Blöcken wird er wohl keine Änderung vornehmen. Das heißt auch, dass Stürmer Jan Pavlu weiter an der Seite von Christopher Kasten verteidigen wird. „Jan macht seine Sache sehr gut“, lobt Waßmiller. „Er hat seine Rolle gefunden.“

Wiedemann kommt wohl nicht

Noch nicht ganz klar ist, wer das EHC-Tor hüten wird. Zwar hat Julian Bädermann zuletzt in Regensburg überzeugt, doch auch der Ingolstädter Marco Eisenhut könnte erneut das Bayreuther Trikot überstreifen.

Wenig Hoffnung hat Waßmiller dagegen auf einen Einsatz des zweiten Förderlizenz-Keepers Johannes Wiedemann von den Lausitzer Füchsen. Damit wird er wohl auch in den Playoffs nicht für die Tigers spielberechtigt sein, dazu müsste er beide ausstehenden Partien des EHC absolvieren. So werden wohl Eisenhut und David Felsoci, er wird am Wochenende seine Spiele neun und zehn für den EHC machen, die einzigen beiden Förderlizenzspieler sein, die auch in den Playoffs für die Tigers auflaufen können.

Selb mit durchwachsener Saison

Mit anderen Problemen schlägt sich der VER Selb herum. Die Saison der ambitionierten Porzellanstädter – sie waren in den Vorjahren Meister und Vizemeister – ist sehr durchwachsen. Die Leistungsträger wie Torwart Marco Suvelo und Christopher Schadewaldt finden nicht zur Topform, andere fielen lange aus. So wird Jared Mudryk wohl auch gegen Bayreuth nicht auflaufen, nach seiner Gehirnerschütterung soll kein Risiko eingegangen werden.

Zudem sprechen 946 Strafminuten, das sind 183 mehr als jedes andere Team der Süd-Staffel gesammelt hat, nicht gerade für die Disziplin der Mannschaft. Da auch deshalb die Konstanz fehlt, mussten die Selber lange um die direkte Qualifikation für die Playoffs zittern.

Auch der Trainerwechsel vom Cory Holden zu Henry Thom brachte den VER nicht nachhaltig in die Erfolgsspur zurück. Obwohl die zurückliegenden drei Spiele gewonnen wurden, ist Thom vor allem als Psychologe gefragt. „Es geht im Derby um die Ehre. Es geht ums Selbstvertrauen und darum, die Spannung hochzuhalten. Wir wollen gewinnen“, wird er in einer Vereinsmitteilung zitiert.

Umgebaute Paradereihe

Um dieses Ziel zu erreichen, wird er wohl wieder auf seine im Vergleich zum Vorjahr völlig umgebaute Paradereihe vertrauen. Neben Spielmacher Kyle Piwowarczyk (25 Tore/26 Vorlagen) werden wohl Routinier Dan Heilman (7/17) und Neuzugang Cody McNaughton (3/6) auflaufen. Der technisch starke McNaughton hatte einen Traumstart in Selb mit zwei Treffern und einer Vorlage in seinen ersten beiden Auftritten, danach war ihm aber mangelnde Fitness anzumerken. Kein Wunder nach einem Jahr Spielpause.

Aufpassen müssen die Bayreuther auch auf die zweite VER-Sturmreihe. Hier bringen Topscorer Landon Gare (18/43), Herbert Geisberger (21/26) und Michael Maaßen (9/17) jede Menge Qualität mit. In der Abwehr könnte Tim Schneider nach seiner Leistenverletzung sein Comeback feiern, Thomas Botzenhardt (Hand in Gips) fällt aus.

Am Sonntag gegen die Tölzer Löwen

EHC Bayreuth – Tölzer Löwen (Sonntag, 17 Uhr): Zu ungewohnter Startzeit empfangen die Tigers die fünftplatzierten Löwen. Und genau von diesem Platz wollen die Oberbayern noch weg und sich im engen Fernduell mit dem EV Landshut (Vierter, ein Punkt Vorsprung) das Playoff-Heimrecht sichern.

Die Bayreuther müssen sich auf einen motivierten, laufstarken und stürmischen Gegner einstellen. Dabei werden die Tölzer wohl erneut mit vier Reihen auflaufen – genau diese Ausgeglichenheit ist die große Stärke. Topscorer Klaus Kathan (12/21) hat nur 33 Punkte auf dem Konto. Zum Vergleich: EHC-Stürmer Michal Bartosch (20/45) kommt auf 65.

Doch auch Franz Mangold (19/9), Johannes Sedlmayr (10/12) oder der Düsseldorfer Förderlizenzspieler Maximilian Kammerer (4/10) sind für jede Abwehr unangenehme Gegenspieler.

Zudem stellen die Oberbayern mit 102 Gegentreffern die zweitstärkste Abwehr der Liga. Ein Garant dafür ist der DEL-erfahrene Torwart Markus Janka.

Eine weitere Stütze, Offensivverteidiger Lubos Velebny (10/14), musste zuletzt allerdings passen. Außerdem gehören die Löwen nicht zu den Lieblingsgegnern des EHC: Die Bilanz in dieser Saison steht bei einem Sieg (1:0) und zwei Niederlagen (2:4, 3:4). Eine Motivation für Bayreuth am letzten Spieltag? „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, beantwortet Waßmiller diese Frage.