Eckersdorf Kanalsanierung könnte 15 Millionen kosten

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Die Zeltnerstraße in Eckersdorf gehört zu den Bereichen, die bei der Kanalsanierung Vorrang haben werden. Foto: sche/Manfred Scherer

Die Untersuchung des Eckersdorfer Untergrunds ergibt: Ein Viertel des Kanalsystems ist defekt oder zu gering dimensioniert. Zu den Sanierungskosten kommen noch Ausgaben für marode Straßen.

Seit Monaten warten die Eckersdorfer Gemeinderäte darauf. Erst gab es Kanaluntersuchungen mit Spezialkameras, dann befasste sich ein Ingenieurbüro mit dem Zustand des Untergrunds in den Hauptorten Eckersdorf und Donndorf. Das Ergebnis stellten Vertreter des Ingenieurbüros Schneider & Partner nun im Gemeinderat vor. Die Kanalsanierung könnte 15 Millionen Euro kosten.

Marko Hopfengärtner, Geschäftsführer von Scheider & Partner, Projektleiterin Christina Berger und der ausführende Ingenieur Sebastian Waltes stellten das im Auftrag der Gemeinde erstellte Sanierungskonzept vor. In der Sitzung fehlte eine Reihe von Räten, auch die erkrankte Bürgermeisterin Sybille Pichl: Sie wurde vom zweiten Bürgermeister Manfred Präcklein vertreten.

Ingenieur Waltes erläuterte zunächst, wie man die Untersuchung angegangen habe. Man habe die Ergebnisse der Kamerabefahrung aus dem Juni 2020 verwendet und die Belastbarkeit des Kanalsystems in den Ortsteilen Eckersdorf, Donndorf, Forst und Oberwaiz anhand eines hydraulischen Modells errechnet. Dieses hydraulische Modell versucht darzustellen, wo im Fall von Starkregen Wasser aus den Kanälen tritt. Das Modell wurde mit den Erfahrungen des Eckersdorfer Wassermeister „angereichert“. Ziel eines solchen Modells ist es, herauszufinden, wo die Kanäle zu gering dimensioniert sind.

Eckersdorf hat 2380 Kanalschächte und 64 Kilometer Hauptkanal. Das Kanalnetz besteht zu 52 Prozent aus Schmutzwasserkanälen, zu 31 Prozent aus Regenwasserkanäle und zu 17 Prozent aus Mischwasserkanälen.

Ingenieur Waltes sagte, dass die optische Untersuchung der Kanäle ein zufriedenstellendes Ergebnis erbracht habe: mehr als die Hälfte des Netzes sei „sehr gut“, es bestehe hier kein Handlungsbedarf. Ein Viertel des Netzes sei in geringem Umfang beschädigt, ein weiteres Viertel aber mittelschwer geschädigt mit mittel-, kurzfristigem und sofortigen Handlungsbedarf.

Die Klassifizierung der Schäden, zusammen mit den Berechnung des hydraulischen Berechnung für mögliche Überflutungen führten zu einer Art „Rangliste“, die eine Empfehlung ausspricht, wo die Gemeinde zuerst tätig werden sollte. Die Prognose von Scheider & Partner nennt als erste Maßnahme den Bereich Elisabeth-, Zeltner- und Siedlerstraße. Dann folgen die Bereiche Steinbruchring mit Eichen-, Buchen- und Waldstraße und die Karl Kronberger Straße.

In diesen Bereichen ist der Kanal entweder reparaturbedürftig oder zu gering dimensioniert.

Ehe Ingenieur Waltes die Kostenschätzung aus dem Sack ließ, gab er den Räten diese Regeln an die Hand: Ein repariertes Kanalrohr habe eine Nutzungsdauer von zehn Jahren. Ein renoviertes Kanalrohr eine von 30 Jahren. Und ein erneuertes Rohr eine von 50 Jahren.

Scheider & Partner empfiehlt eine Salamitaktik: Die geschätzten Kosten auf 15 Jahre zu strecken, also pro Jahr in etwa eine Million aufzuwenden – und die Sanierung nach Dringlichkeit Stück für Stück abzuarbeiten. Im Gemeinderat hatte es in der jüngeren Vergangenheit stets Einvernehmen gegeben, dringende Straßensanierungen hinauszuschieben, bis das Sanierungskonzept für die Kanäle vorliegt. Der logische Hintergrund: Eine für Kanalreparaturen aufgerissene Straße sollte erst danach neu gemacht werden. In der Elisabeth-, der Zeltner- und der Siedlerstraße ist das besonders gut zu sehen: Die Fahrbahnen sind über die vergangenen Jahre immer wieder geflickt worden.

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