Es gab schöne Kerwas hier mit Jazz-Frühschoppen. Eine unvergessene Spezialität des letzten Pächters waren seine Pralinen. Die Versuche das Hotel Fantaisie als Gastronomie zu erhalten, blieben erfolglos. Die Eigetümerin, die Brauerei Maisel, verkaufte das markante, rot getünchte Gebäude im Sommer 2018 an einen Investor: Die Alexander Rothschild Liegenschaften in Nürnberg.
Matthias Hämmer, der Geschäftsführer der Firma, sagt auf Kurier-Anfrage, dass die Alexander Rothschild Liegenschaften spezialisiert sei auf historische Objekte. Gastronomie, so Hämmer, sei „heutzutage ein schwieriges Geschäft“, deshalb habe man von vorneherein „präferiert“, in das Hotel Wohnungen einzubauen. Laut Hämmer entstehen zurzeit acht Wohnungen in den Größen zwischen 50 und 120 Quadratmetern: „Alle sind schon verkauft“, zu Preisen zwischen 250 000 und 550 000 Euro. Der denkmalgerechte Umbau des Gebäudes erfolge nur mit fränkischen Baufirmen und werde die Außenansicht des „Hotels“ nahezu unverändert lassen, sagt Hämmer: Die markanten Balkone bleiben, die bereits eingebauten neuen Fenster sehen aus wie die alten. Einzig eine Brandschutztreppe an der Außenfassade im hinteren Bereich des Hauses werde neu angebaut. Das Dach wird zurzeit neu eingedeckt. Selbst der weiße Schriftzug auf dem Gebäude bleibt erhalten, wenngleich das Wort „Hotel“ verschwinden wird – was genau auf der Fassade stehen wird, darüber werde zurzeit noch nachgedacht.
Hämmer sagt, seine Firma habe eine gut siebenstellige Investitionssumme in die Hand genommen, um das Gebäude umzubauen. „Es wird dennoch keine Luxussanierung, es wird hochwertig, aber nicht überkandidelt. Solche eine historische Substanz braucht keinen Hyperluxus.“
Das zeige sich beispielhaft an jener Wohnung, in der Wagner wohnte: Diese sei von einem echten Wagnerianer gekauft worden, der die Möbel, die schon der Komponist nutzte, weiter verwenden will und und in einer Art privaten Wagner-Refugium leben will.
Hämmer sagt weiter, die Arbeiten am „Hotel“ seien um ein halbes Jahr dem ursprünglichen Plan voraus: Jetzt beginne der Innenausbau: Historische Böden, Decken und Raumstrukturen würden erhalten. Das Projekt soll im Sommer 2021 fertig sein.