Eberhard Wagner wird 80

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Eberhard Wagner im Jahr 2008. Foto: Ronald Kropf Foto: red

So viel Koketterie muss dann doch sein: Was wir denn in der Zeitung zu seinem Geburtstag aweng schreiben sollen? „Nix am liebsten“, sagt Eberhard Wagner, der an diesem Donnerstag seinen 80. Geburtstag feiert.

Na ja, diesen Wunsch konnten wir ihm dann doch nicht erfüllen, schließlich verlief das Gespräch mit dem Bayreuther Mundartautor trotz des eher niederschmetternden Einstiegs überraschenderweise doch noch recht informativ und unterhaltsam. Dabei hätte Eberhard Wagner durchaus Grund zu klagen, denn sein vermutlich schönstes Geburtstagsgeschenk, lässt noch aweng auf sich warten. Erst im April nämlich wird sein neuer Gedichtband im Verlag Ars Vivendi erscheinen. Und dann auch noch unter dem Titel „Wagners wichtigste Werke“, was durchaus – in Bayreuth zumal – aweng in die Irre führen kann. Der Verlag habe das so gewollt. „Ich hätte einen anderen Titel genommen“, sagt Wagner in gemäßigt fränkischem Dialekt, sieht aber ein, dass sich ein Buch mit dem Titel „Keine Kamelien in graue Haare“ vermutlich weitaus schlechter würde verkaufen lassen.

Was er sich zu seinem runden Geburtstag wünscht? „Dass alles so weiterläuft wie bisher.“ Wagner sagt das auch mit Blick auf die Studiobühne Bayreuth, zu deren Gründungsmitgliedern er neben Werner Hildenbrand und Uwe Hoppe zählt.

In Weimar geboren

Geboren wurde Wagner in Weimar. Aufgewachsen in einem bildungsbürgerlichen Haushalt, in dem selbstredend Goethes wichtigste Werke im Bücherschrank standen, wurde sehr früh sein literarisch-sprachliches Interesse geweckt. Wagners Vater war Verlagskaufmann, er hatte eine zeitlang im Brockhaus-Verlag gearbeitet. Den Verlagsgründer kannte er persönlich.

Zum Kriegsende hin flüchtete die Familie nach Gottsfeld bei Creußen. Hier traf Wagners sprachliche Sensibilisierung auf kernigen oberfränkischen Dialekt. Rückblickend erscheint es, als sei ab diesem einschneidenden Datum alles weitere vorgezeichnet gewesen. Studium der Germanistik und Dialektologie, Promotion mit einer Arbeit über die Dialekte des südlichen Bayreuther Raumes, Redaktor des Ostfränkischen Wörterbuchs der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Literarische Mundartstücke

Wagner machte sich einen Namen als Autor von literarischen Mundartstücken. Rund 20 seiner Theaterstücke wurden von der Studiobühne Bayreuth aufgeführt, weshalb ihm dort der Titel „Hausautor“ zugesprochen wurde. Seine Werke tragen Titel wie „Zwischen auf und davon“, „Endstation Waldmuseum“ oder „Bimberlawichti“ (nach: Gianni Schicchi von Giacomo Puccini). „Des gwaaf wu ma sichd“, „Durchs bunda lichd gedreht“ oder „anawengsawengwos“ heißen seine Lyrikbände.

Da konnten Auszeichnungen wie der Kulturpreis der Bayerischen Volksstiftung (1978), der Kulturpreis der Stadt Bayreuth (2010) oder der Frankenwürfel (2016) nicht ausbleiben.

Was ihm am fränkischen Dialekt besonders gefällt? Durch die oft angehängt Silbe -la wirke die Sprache gemütlicher als das strenge Hochdeutsch.

Wer’s hören will: Jeweils sonntags um 8.40 Uhr ist Eberhard Wagner auf Radio Mainwelle mit seiner Mundart-Kolumne „Auf’s Maul gschaut“ zu hören. Ab jetzt als 80-Jähriger.

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