Es knarzt. Es knirscht. Staub rieselt von oben. Von ganz oben, aus dem First des Markgräflichen Opernhauses. Millimeter um Millimeter hebt sich der graue Balken. Gedrückt von einem hydraulischen Wagenheber, den einer der Zimmermänner nach oben pumpt. Sein Kollege achtet auf den Balken, der den Querbalken der nächsten Ebene des zweischichtigen Tragwerks stützt. Löst er sich, muss auch er nachgedrückt werden. Der Balken muss zurück in seine Ausgangsposition. Und er ist nicht der einzige. Das riesige Dach über dem Bühnenhaus des Welterbes war eingesackt. War windschief. "Dass es so schlimm war, war von außen nicht zu sehen. Und von innen war der Zugang zum Dachtragwerk von der Dämmung, die eingebaut worden war, nicht möglich", sagt Michael Erhard, Baudirektor beim Staatlichen Bauamt und Projektleiter der Sanierung des Opernhauses.