Droht Notbremse? Musica Bayreuth mit Fragezeichen

Wenn alles gut geht, wird die Mezzo-Sopranistin Lea Desandre am 8. Mai die Musica Bayreuth eröffnen. Foto:  

Als Veranstalter von Konzerten braucht man dieser Tage gute Nerven. Das gilt auch für Clemens Lukas, der sich um diese Jahreszeit üblicherweise auf den Start der Konzertreihe Musica Bayreuth freut. Doch es gibt große Fragezeichen.

Bayreuth - Längst ist alles geplant und ein gewohnt anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Einiges wurde aus dem vergangenen Jahr übernommen, da 2020 die Reihe Corona bedingt abgesagt werden musste. Auch aktuell gab es bereits kleine Terminverschiebungen. Doch jetzt, Mitte April, steht das Programm. Die Künstler sind eingeladen, die Spielstätten gebucht. Aber: Droht nun die Notbremse aus Berlin? Am Dienstag jedenfalls sind die Fragezeichen größer geworden.

Eigentlich war das so gedacht: Ab nächsten Montag können Karten für die Musica bestellt werden. Dann werden auf der Homepage auch detaillierte Informationen zu allen Konzerten zu finden sein. Clemens Lukas gibt sich im Gespräch mit dem Kurier zuversichtlich: „Wir haben den unbedingten Willen“ die Konzerte stattfinden zu lassen.

Nur mit Schnelltest

Wer Karten bestellt, geht kein Risiko ein. Wie der Veranstalter sagt, bekommt jeder unaufgefordert sein Geld zurückerstattet, für den Fall, dass die Konzerte erneut abgesagt werden müssen. Dazu muss bei der Bestellung allerdings die IBAN der Bankverbindung angegeben werden. Karten können online auf www.musica-bayreuth.de oder telefonisch unter 09 21/5 08 99 07 be-stellt werden.

Beim Besuch der Konzerte sind einige Besonderheiten zu beachten: Jeder Besucher muss zum Einlass einen negativen Corona-Schnelltest mitbringen, der maximal 48 Stunden alt sein darf. Ohne Test gibt es keinen Eintritt. Weiter heißt es dazu: „Bitte tragen Sie eine FFP2-Maske. Es kann sein, dass diese auch am Platz zu tragen ist.“ Wie bereits im vergangenen Jahr beim Festival Bayreuth Baroque gilt im Markgräflichen Opernhaus ein Saalplan, der 180 Besucher zulässt. Auch in den übrigen Spielstätten, wie der Bayreuther Stadtkirche, der Oberfrankenhalle, der Panzerhalle oder dem Liebesbier müssen Abstände eingehalten werden.

Doch Clemens Lukas weiß auch: „Wenn die Inzidenz über 100 liegt, ist das alles hinfällig.“ Am Dienstag lag sie für Bayreuth knapp unter 200. So ganz will der Konzertveranstalter die Hoffnung aber nicht aufgeben. „Inzidenzen können auch wieder sinken.“

Seit 60 Jahren

Das erste Konzert der Musica Bayreuth, die in diesem Jahr seit 60 Jahren besteht, ist für Samstag, 8. Mai, geplant. Wie bei fast allen Konzerten gilt, dass sie an einem Abend zweimal gespielt werden, jeweils mit einer Dauer von circa einer Stunde. Die Pause wird somit vermieden. Beginn ist in diesem Fall um 18 und um 20.15 Uhr. Unter dem Stichwort „Amazonen“ ist zum Start der Reihe die Mezzo-Sopranistin Lea Desandre zu hören. Im Programmbuch wird man dazu Sätze lesen wie: „Ein junger, strahlender Stern geht auf am Firmament der weltbesten Diven.“ Oder: „Lea Desandre ist eine starke, junge Frau und so scheint es beinahe, als seien ihr die energiegeladenen Barockarien, die den wagemutigen Frauen der Mythologie gewidmet sind, wie auf den Leib komponiert.“ Sätze, die aus einer Zeit stammen, in der die Welt der klassischen Musik noch in Ordnung war. Ob das Konzert am 8. Mai stattfinden kann, dürfte wohl davon abhängen, wie sich der Corona-Inzidenz-Wert am 2. Mai darstellt. An diesem Tag müsste er unter 100 liegen.

Clemens Lukas sagt es so: „Wir führen die Konzerte durch, die wir durchführen dürfen.“ Der bestehende Lockdown in Bayern wurde gestern bis 9. Mai verlängert. Aber es gibt Öffnungsklauseln. Was das konkret für den Start der Musica bedeutet? Man wird es sehen.

Sicher ist nur: Live-Streams der Konzerte im Internet wird es nicht geben. „Wir wollen das live machen“, sagt Clemens Lukas.

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