Dringender Aufruf Blutspenden, um Leben zu retten!

Michael Meier

Die Dienste des Bayerischen Roten Kreuzes blicken besorgt auf den bevorstehenden Sommer: Der Blut-Bedarf steigt, doch die Zahlen der Spender sinken.

Die Blutspendedienste des Bayrischen Roten Kreuzes blicken aktuell aufgrund erhöhten Blut-Bedarfs wieder mit Sorge auf den bevorstehenden Sommer. Foto: /Robert Solsona/dpa

„Ich spende 15 Minuten und rette drei Leben. Und was ist Deine Superkraft?“, lautet ein humorvolles Zitat zum „Roten Gold“. Dass hier ständig Nachschub vorhanden ist und für alle Eventualitäten ausreicht, ist jedoch bei Weitem nicht selbstverständlich. Denn die gesicherte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit überlebenswichtigen Blutpräparaten ist kein Selbstläufer, sondern ein fragiles System, das im Jahresverlauf durch unterschiedlichste Einflüsse mitunter bedrohlich ins Wanken gerät.

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Weltblutspendetag am 14. Juni

Die Blutspendedienste des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) blicken aktuell aufgrund erhöhten Blut-Bedarfs der Kliniken sowie der damit kollidierenden Ferienzeit wieder mit Sorge auf den bevorstehenden Sommer. Deshalb wurde eigens dafür sogar ein Gedenktag initiiert: Seit 2004 gibt es ihn, den Weltblutspendetag am 14. Juni. In diesem Jahr ist er zum 20. Mal allen Menschen gewidmet, die freiwillig und unentgeltlich Blut spenden oder sich ehrenamtlich für die Blutspende engagieren.

Adeline Baumgärtel, Kathrin Zehendner und ihr Chef Thomas Ulbrich vom BRK Marktredwitz beleuchten im Gespräch mit unserer Zeitung anlässlich des bevorstehenden Weltblutspendetages die Fakten rund um den wertvollen Lebenssaft und dessen Gewinnung: „Ein Mangel an Blutkonserven wie in der Sommerferien-Saison 2022 darf sich nicht wiederholen. Wir appellieren an alle spendefähigen Menschen, die angebotenen Blutspendetermine in den kommenden Monaten kontinuierlich hoch auszulasten“, lautet daher der Wunsch des BRK-Teams.

33 Prozent weniger Erstspender

Denn dass hier eine negative Veränderung stattfindet, merke man alleine schon an den Zahlen der Erstspender: „Im Jahr 2018 gab es noch 264 Erstspender im Kreisverband Wunsiedel, 2022 waren es nur noch 176. Das ergibt einen Rückgang von immerhin 33 Prozent“, sagt Adeline Baumgärtel. „Aber leider wurden auch die Möglichkeiten zur Spende aus verschiedenen Gründen um 25 Prozent weniger. 2018 waren es noch 41 Termine, 2022 nur noch 28 Termine“, ergänzt Kathrin Zehendner.

Trotz allem ist der Landkreis Wunsiedel noch eine Bastion der zahlenstarken Spender, denn es gibt hier gewachsene Strukturen und gepflegte Traditionen. „Beim Blutspenden treffen sich regelmäßig Freunde und Bekannte, und es wird sich auch direkt dort verabredet. Und man darf auch nicht unterschätzen, wie beliebt das Geschenk und die Brotzeit nach dem Spenden sind“, betont Thomas Ulbrich. „Schließlich ist auch der Gutschein für einen kostenlosen umfangreichen Blutcheck ein Argument, zum Blutspenden zu gehen“, gibt Adeleine Baumgärtel zu bedenken.

Termin via App

Aktuell gibt es rund 1500 Ehrenamtliche im BRK-Kreisverband. An den Spendenterminen merkt man immer, wie gut nach wie vor die Aufgabenverteilung funktioniert. Seit einiger Zeit kann man dazu sogar einen individuellen Termin über die Blutspende-App buchen, aber natürlich geht es auch ohne. „Diese App ist eine sehr gute Ergänzung und die im Voraus gebuchten Zeitfenster entzerren etwas die Wartezeit beim Spenden“, freut sich Kathrin Zehendner.

Und weil das Rote Kreuz natürlich nie genug Spender und erst recht nie ausreichend Erstspender haben kann, läuft aktuell eine ganz besondere Aktion: Jeder Erstspender und auch der, der ihn oder sie geworben hat, erhalten jeder einen Gutschein für das Gesundheitszeitresort Weißenstadt, wahlweise im Früh- oder Feierabendtarif.