Dringend notwendig Hilfe für stachliche Freunde

Der Igel ist erstmals auf der Roten Liste geführt. Wie die Weltnaturschutzunion mitteilt, ist sein Bestand um über 30 Prozent zurückgegangen. Sein Hauptfeind ist der Mensch. Die Untere Naturschutzbehörde gibt Tipps, wie man ihn im Winter unterstützen kann.

So niedlich – und so gefährdet: der Igel. Jeder, der einen Garten hat, kann dazu beitragen, dass die Bestände wieder steigen. Foto: /Sarah Beer

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat den Igel erstmals in die Liste der gefährdeten Arten aufgenommen. Sein Bestand ist in den vergangenen zehn Jahren um über 30 Prozent zurück. Hauptgefährdungsursache ist der Mensch.

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Auch die Deutsche Wildtierstiftung hatte den Igel bereits zum Tier des Jahres 2024 gekürt – nicht nur, weil er so niedlich ist, sondern weil er dringend Unterstützung braucht. Straßenverkehr, Lebensraumverlust, eine schwindende Nahrungsgrundlage und zu wenige sichere Rückzugsorte setzen den kleinen Stacheltieren massiv zu. Im Landkreis Wunsiedel engagiert sich unter anderem die Stadt Hohenberg ausdrücklich für den Igelschutz. Die Experten der Untere Naturschutzbehörde (UNB) und die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege erklären in einer Mitteilung, wie man zum Igelretter werden kann.

So einfach geht’s:

Ein artenreicher Naturgarten bietet Igeln ausreichend Nahrung, um sich ordentlich Winterspeck anzufressen. In Schottergärten finden Igel keine Käfer, Würmer oder anderes Futter.

Unterschlupf schaffen: Ein Laubhaufen mit ein paar Ästen reicht oft schon. Noch besser sind wilde Ecken im Garten, Komposthaufen und Totholz. Auch ein extra aufgestelltes Igelhäuschen wird gerne angenommen.

Durchgänge lassen: Zäune mit kleinen Durchgängen (zehn mal zehn Zentimeter) ermöglichen den Igeln die freie Bewegung in der Siedlung.

Trinken und Futter anbieten: Besonders im Sommer freuen sich Igel über flache Schalen mit Wasser  – keine Milch. Nur im zeitigen Frühjahr und auch jetzt, im Spätherbst, kann man auch Igelfutter oder hochwertiges Katzenfutter ohne Getreide anbieten; auch ungewürztes Rührei, gekochtes Geflügel oder angebratenes Hackfleisch vertragen die Stachelhäuter gut. Da Igel reine Fleischfresser sind, sollte unbedingt auf die Inhaltsstoffe geachtet werden. Ganzjähriges Füttern empfehlen die Experten hingegen nicht, da Igel ihre natürlichen Verhaltensweisen verlernen können oder aber es zum Streit an der Futterstelle kommen kann.

Gefahren vermeiden: Schwimmbecken oder Kellerschächte sind gefährlich für Igel. Auch Laubsauger und Mähroboter sollten tabu sein – sie verletzen die Tiere und nehmen ihnen Insekten als Nahrung.

Igel, die schwach und inaktiv, verletzt oder bei Frost tagsüber unterwegs sind, brauchen oft Hilfe. Auch schwere Atmung oder Röcheln sind ein Alarmzeichen. Verwaiste Igel-Babys und unterernährte Tiere (weniger als 500 Gramm im November) benötigen fachkundige Hilfe.

Keine Mähroboter

Mit ein bisschen Aufmerksamkeit und ein paar kleinen Veränderungen kann jeder dazu beitragen, Igeln ein sicheres Zuhause zu bieten und sie in schwierigen Zeiten zu unterstützen. Tipps, auch für den Bau von Igel-Behausungen, finden sich auf den Homepages der Naturschutzverbände (BUND, Nabu oder LBV).

Auch Kommunen können sich im Igelschutz engagieren, so der Hinweis aus dem Team der Unteren Naturschutzbehörde. So habe die Stadt Hohenberg im neuesten Bebauungsplan den Betrieb von Mährobotern verboten. „Ein mutiger Schritt“, so die UNB und verweist auf Großstädte wie Köln oder München, die aufgrund der Gefährdung für Igel und andere kleinere Tiere zumindest ein Nachtfahrverbot für Mähroboter erlassen haben.

Kontakte

Untere Naturschutzbehörde
Lisa Reiprich (Igelstation), Telefon 09232/80422, E-Mail: lisa.reiprich@landkreis-wunsiedel.de Sarah Beer, Telefon 09232/80630, E-Mail: sarah.beer@landkreis-wunsiedel.de Susanne Pätz, Telefon 09232/80421, E-Mail: susanne.paetz@landkreis-wunsiedel.de

Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege
Dr. Kristina Schröter Telefon 09232/80538, E-Mail: kristina.schroeter@landkreis-wunsiedel.de