Drehleiter auf dem Wunschzettel Die Leiter mit dem Knick

Am Donnerstag ließen sich die Feuerwehr-Verantwortlichen und Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (rechts) zwei infrage kommende Drehleiter-Fahrzeuge vorführen. Foto: Udo Fürst

Das hätte die Feuerwehr bei der Anschaffung gerne: Flexibilität, mehr Transport-Gewicht und „keinen Schnickschnack“

Pegnitz - Nach 20 Jahren möchte die Feuerwehr Pegnitz eine neue Drehleiter. Dem hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwochabend zugestimmt (wie bereits in der gestrigen Ausgabe berichtet). „In der Regel werden Drehleitern nach dieser Zeit aus dem Betrieb genommen“, erklärt der hauptamtliche Feuerwehr-Gerätewart Walter Steger. Die jetzige Drehleiter sei zwar in einem guten Zustand, aber nicht mehr zeitgemäß. Die neue, die die Feuerwehr gerne hätte, kann man vorne abknicken. „Das müssen Sie sich vorstellen wie einen starren Besenstiel. Damit kommt man nicht an einen Erker. Die Neue hätte dann einen Knick und wäre besser einsetzbar“, so Steger weiter.

Lieferzeit zwölf bis 15 Monate

Ein weiterer Vorteil der neuen Drehleiter wäre das Gesamtgewicht, das im Korb transportiert werden kann. Aktuell sind es 270 Kilogramm. „Für die Mannschaft und die Ausrüstung ist das in Ordnung, aber wenn es um Menschenrettung und Liegend-Transport geht, wäre ein höheres Gewicht besser“, kommentiert Steger. Künftig können rund 450 Kilo im Korb befördert werden.

Er geht davon aus, dass es zwölf bis 15 Monate dauert – je nach Lieferzeiten der Hersteller – bis das neue Fahrzeug im Pegnitzer Feuerwehrhaus steht. Drehleitern seien normalerweise schneller verfügbar als Feuerwehrautos, weil es dafür weniger Sonderausstattung gibt.

Wenn das neue Fahrzeug dann in Pegnitz ist, brauchen die Feuerwehrleute entsprechende Schulungen und Übungen. In der Vergangenheit waren die Feuerwehrleute für eine Woche an einer der beiden Feuerwehrschulen in Regensburg oder Würzburg, um den richtigen Umgang mit den Drehleitern zu lernen. Etwa 15 bis 18 Aktive gibt es in Pegnitz, die das Fahrzeug aufstellen und fahren können, schätzt Steger. Deutlich mehr sind es, die vom Korb aus agieren können. „Es bringt ja nichts, wenn man ein neues, teures Fahrzeug hat, das dann niemand fahren kann“, findet der Gerätewart. Er rechnet damit, dass die neue Drehleiter zwischen 650 000 und 680 000 Euro kostet. In der Vergangenheit habe man schon gelernt, dass es „nicht jeden Schnickschnack“ für das neue Fahrzeug braucht. „Wir kennen ja unseren Zuständigkeitsbereich und wissen, welche Ausrüstung wir dort brauchen und was unnötig ist. Außerdem ist es ja kein Spielzeug“, führt Walter Steger aus. Die alte Drehleiter, welche die Feuerwehr Pegnitz jetzt noch hat, sei technisch und optisch in einem guten und gepflegten Zustand. Außerdem gebe es kaum Verschleißteile an Drehleitern. Wegen der geringen Kilometerzahl, die das Fahrzeug bislang zurückgelegt hat, seien beispielsweise die Reifen kaum abgefahren. Doch sie müssen wegen der Materialbeschaffenheit alle zehn Jahre ersetzt werden, weil der Gummi sonst porös wird.

Kürzlich seien außerdem routinemäßig die Hydraulikschläuche entfernt und ersetzt worden. „Das muss immer vorsorglich gemacht werden. Wenn beim Einsatz ein Schlauch platzt, ist das ein Sicherheitsrisiko“, so Steger. Und auch eine Kontrolle des Herstellers – unter Feuerwehrleuten salopp „Feuerwehr-Tüv“ genannt – habe keine Mängel hervorgebracht.

„Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, um die Drehleiter zu verkaufen“, so Walter Steger, der davon ausgeht, dass der Hersteller sie in Zahlung nimmt oder sie auf einer anderen Plattform an den Mann gebracht wird.

 

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