Dorferneuerung Dörflicher Charakter soll beibehalten werden

Der unansehnliche Mauerrest ist ein Überbleibsel des abgerissenen Betzensteiner Lokals Zeiserla, aber auch ein Stück historische Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert. Foto: Klaus Trenz

BETZENSTEIN. Die wohl letzte Maßnahme in Sachen Dorferneuerung in Betzenstein ist der Schmidberg. Aber zugleich könnte das Herrichten des Wegs unterhalb des Aussichtsturms und seines Umfelds insgesamt gesehen eine der kniffligsten Aufgaben werden.

Der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft zur Dorferneuerung hatte die Objektplanung Am Schmidberg auf der Tagesordnung, ohne allerdings noch zu einem konkreten Ergebnis gekommen zu sein. Dafür gibt es noch zu viele Unwägbarkeiten.

Denkmal muss bleiben

Entlang des Wegs im Süden steht die teilweise bis zu acht Meter hohe alte und denkmalgeschützte Stadtmauer wie ein Ungetüm, das nicht besonders gut aussieht. Sie war rückwärtiger Teil der mittlerweile abgerissenen Brandruine der Gaststätte Zeiserla und der Nebengebäude des Brauereigasthofs Wagner. Eine Bauuntersuchung ergab, dass es sich tatsächlich um einen Teil der historischen Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert handelt und zwar „so wie sie jetzt da steht“, so Bürgermeister Claus Meyer – mit all den Löchern für Fenster und Türen. Damit ist sie ein Denkmal und muss auch so stehen bleiben.

Ein Schritt nach dem anderen

Wenn die Stadtmauer saniert werden soll, ist es Sache der Stadt Betzenstein als Eigentümerin des Denkmals. Das geht, so der mehrmalige Hinweis von Meyer, nur in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Mit dem Amt muss geklärt werden, welche Veränderungen man an der Stadtmauer vornehmen darf. So soll unter anderem die Frage geklärt werden, ob die unschönen Fenster- und Türlöcher so bleiben müssen oder ob sie zugemauert werden können. Einen ersten Vorschlag von Karl-Heinz Fietta, einen alten Wehrgang nach historischem Vorbild nachzubauen, wollte Meyer vorerst nicht weiter diskutieren und „einen Schritt nach dem anderen machen“. Das heißt: ein Planer soll Vorschläge machen und sich dabei mit dem Denkmalschutz abstimmen, aber auch erst nach entsprechender Zustimmung des Betzensteiner Stadtrats. Fietta appellierte leidenschaftlich an Meyer, die Erkenntnisse des historischen Arbeitskreises mit einfließen zu lassen.

Asphaltierung denkbar

Erst wenn man weiß, was mit der Stadtmauer passiert, mache es Sinn in die Planung für den Schmidbergweg einzusteigen. Wenn zum Beispiel bekannt sei, „wie weit wir an die Stadtmauer heran dürfen“. Möglich sei auch eine Bezuschussung der Stadtmauersanierung durch das Amt für ländliche Entwicklung. Eine Zusage konnte Vorsitzender Thomas Müller aber nicht geben, solange es noch keine Konzepte gebe. Für die Wegesanierung gibt es aber auch schon eine grobe Richtung, wie auch Planer Matthias Kraft bestätigte. Bis zum ehemaligen Gefängnisturm sei sowohl eine Asphaltierung des Wegs genauso denkbar, wie eine Pflasterung. Ab dort soll lediglich geschottert werden. Insgesamt soll der „dörfliche Charakter“ am Schmidberg erhalten bleiben.

Stadtmauer ist Unbekannte

Die Stadtmauer ist nur eine Unbekannte, die noch zu keinen Planungen geführt hat. Die Eigentümerin des Zeiserla- und Wagnerareals, die Macovima Betriebs KG, soll mit eingebunden werden, heißt: Auch die Vorstellungen des Investors sollen bei der Planung der Teilnehmergemeinschaft Berücksichtigung finden. Ihm gehört auch das Areal mit den Felsenkellern gegenüber der Stadtmauer, ausgenommen dem Aufgang zum Aussichtsturm. Bis dato gibt es nur Bekundungen, dass ein gastronomischer Betrieb entstehen soll, einschließlich Biergarten. Man müsse aber noch abwarten, ob nicht doch Erschließungsmaßnahmen, wie das Verlegen einer Wasserleitung oder ein Kanal für Abwasser vorgenommen werden müssen.

 

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