Doreth als Vermittler Medi-Kapitän bleibt vor BBL-Turnier kritisch

20. Spieltag der easyCredit BBL Basketball Bundesliga in der s.Oliver Arena in Würzburg Saison 2019-2020s.Oliver Würzburg gegen Medi BayreuthMedi Bayreuth Spieler Nr.: 10 Bastian DorethFotograf Peter Kolb

BASKETBALL. Spielen wird Bastian Doreth in dieser Saison nicht mehr. Trotzdem hat er aber eine wichtige Funktion bei der Fortsetzung der BBL-Spielzeit durch ein Turnier mit zehn Mannschaften, über dessen Zulassung die Politik heute entscheiden will. Der Kapitän von Medi Bayreuth amtiert als Athletensprecher, der bei allein Detailfragen zwischen den Spielern und den Liga-Verantwortlichen vermittelt.

„Unzureichende Kommunikation“ nannte Doreth in der ARD-Sportschau als Hauptgrund für die Notwendigkeit einer solchen Rolle. Die Aufforderung der Liga an die Klubs, ihre Spieler zu informieren, sei sehr unterschiedlich umgesetzt worden: „Es gab Standorte, an denen Teammeetings organisiert und wirklich toll aufgeklärt wurde. Es gab aber auch Spieler, die aus den USA zurückkommen sollten, ohne überhaupt zu wissen, ob sie beispielsweise bei der Einreise nach Deutschland erst einmal in häusliche Quarantäne müssen.“

Anfangs seien viele Spieler enttäuscht darüber gewesen, nicht in die Diskussionen und Entscheidungen einbezogen worden zu sein. Daher habe er sich zur Verfügung gestellt als „Sprachrohr gegenüber der Liga“: „Das wurde auch angenommen, wenn auch anfangs eher zäh. Wir hatten zunächst ein Schreiben formuliert mit Bedenken und Fragen der Spieler. Das wurde nur unzureichend beantwortet, und da musste man schon noch mal nachhaken.“ Inzwischen sei er mit den BBL-Verantwortlichen aber „fast täglich im Austausch“: „Das ist viel besser geworden. Es konnten schon viele Fragen beantwortet werden, wenn auch noch nicht alle.“

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Anerkennung für die Bemühungen der Liga

Eine Sorge vieler Spieler betreffe die grundsätzliche medizinische Sicht: „Es ist ja noch nicht richtig geklärt, wie es ist, wenn man mit einer Virusinfektion Hochleistungssport betreibt.“ Anerkennung zollt Doreth aber den Bemühungen der Liga um bestmögliche Rahmenbedingungen: „Nach allem was wir erfahren, ist das Hygiene-Konzept schon sehr, sehr sicher. Auch Mediziner haben uns mitgeteilt, dass – wenn sich alle daran halten – die Chance einer Infektion sehr gering ist. Es wird ja auch regelmäßig getestet. Die Gefahr wird höchstmöglich reduziert, aber eben doch nicht zu hundert Prozent.“

Problematisch könne noch der geplante Beginn des Turniers am 6. Juni sein, wenn ein Spieler erst nach der heutigen Genehmigung aus dem Ausland zurückkehrt: „Der muss 14 Tage in Quarantäne und hat dann vielleicht noch vier Tage zur Vorbereitung in der Halle. Das ist natürlich viel zu wenig.“

„Ich sehe jetzt auch die Chance“

Insgesamt bekennt Bastian Doreth aber, dass sich seine Einstellung zu den BBL-Plänen verbessert hat: „Anfangs habe ich das etwas kritisch gesehen. Nachdem ich jetzt aber mehr involviert bin, sehe ich auch die Chance, den Basketball bekannter zu machen und Reichweite zu generieren.“

Er sei zuversichtlich, dass sich die Liga mit ihrem Konzept „auf der sicheren Seite“ befinde. Man müsse sich jedoch bewusst sein, dass man sich mit der Fortsetzung der Saison auf „einem schmalen Grat“ bewege: „Man sieht ja am Fußball: Wenn Zwischenfälle passieren, kann das auch in die andere Richtung gehen und sich das Image eher ins Negative verändern.“