Wenn es sie denn überhaupt braucht, sagt Ponsel. Das Klinikum sei eine GmbH, das GmbH-Gesetz verpflichte das Krankenhaus nicht zu einer Ausschreibung. Eigentlich habe der Aufsichtsrat schon entschieden. Im Sommer 2008, als man ihm die Nachfolge zugesagt habe. Noch im Dezember 2015 sei der Aufsichtsrat der Meinung gewesen, eine Ausschreibung sei nicht nötig. Und: Die Chefarztstellen der Pulmologie, der Pathologie und der Orthopädie seien in der Vergangenheit sämtlich ohne Ausschreibung besetzt worden.
In der Chefarztkonferenz ist man sich dennoch weitgehend einig. Eine Ausschreibung muss sein. Einer sagt aber auch: „Es ist eine Schweinerei, dass man den Kollegen Ponsel über acht Jahre lang hingehalten hat.“
Oliver Ponsel hat Rückhalt
In der vergangenen Woche hatten sich mehr als 90 niedergelassene Ärzte dafür ausgesprochen, dass Oliver Ponsel neuer Chefarzt der Allgemeinen Chirurgie am Klinikum Bayreuth wird. Das Schreiben ging an die Aufsichtsratsvorsitzenden der Klinikum Bayreuth GmbH, Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe und den Landrat Hermann Hübner, und an die Mitglieder des Aufsichtsrats. Den niedergelassenen Ärzten, heißt es in dem Brieg, sei es "von extremer Wichtigkeit, Chefärzte im Klinikum Bayreuth zu haben, von denen wir wissen, dass sie ihrer Aufgabe gewachsen sind und eine sehr gute Versorgung unserer Patienten garantieren". Die Initiatoren des Schreibens wiesen gegenüber dem Kurier darauf hin, dass sie ihre Patienten ans Klinikum überweisen. Wenn die Ärzte Patienten stattdessen Patienten nach Kulmbach, Münchberg, Pegnitz oder Kemnath schicken würden, "träfe das das Klinikum schon". Nach dem Kurier-Bericht hatten sich Leser in Leserbriefen und Internet-Kommentaren für Ponsel eingesetzt.