DLRG baut eigenes Rettungszentrum

Von Andrea Pauly

Für 300.000 Euro baut die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Wolfsbach eine neue Lagerhalle mit Schulungsraum - auf eigene Kosten. Das Grundstück ist nur einen Steinwurf von der Autobahn entfernt, so dass die Retter künftig in Minuten auf dem Weg zum Einsatz sind. Und das ist nicht die einzige Verbesserung, auf die sich der Vorstand freut.

Manuel Friedrich (l.) und Thomas Schmid vor der Baustelle für das Wasserrettungszentrum der DLRG in Wolfsbach. Foto: Andrea Pauly Foto: red

Die Fundamente sind vorbereitet, diese Woche stellt die Baufirma die Stahlteile auf. Bis Ende des Jahres soll die 330 Quadratmeter große Halle stehen, bis März will die DLRG auch mit dem Innenausbau des Wasserrettungszentrums fertig sein. Unter dem Dach der neuen Halle entstehen ein Schulungsraum und Garagen für die beiden Mannschafts- und Einsatzfahrzeuge, drei Boote und einen Geräteanhänger. Außerdem ist Platz für die gesamte Ausrüstung. Die reicht vom Eisrettungs- und Tauchgeräten über Helme und Schutzkleidung bis hin zu Feldbetten und Schlafsäcken. Wenn die Mannschaft zu Rettungseinsätzen wie einem Hochwasser gerufen wird, muss sie für Einsätze von bis zu sieben Tagen gerüstet sein und sich selbst versorgen können.

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Schulungen in einer alten Gastwirtschaft

Bisher haben die DLRGler zwei Standorte: einen in der Wotanstraße, einen in St. Johannis. Und beide sind nicht mehr auf dem Stand, den sich der DLRG-Vorstand wünscht. Der Schulungsraum hat die besten Zeiten hinter sich. "Das ist eine alte Gastwirtschaft mit sehr wenig Licht", sagt Vorsitzender Thomas Schmid. "Wenn Betriebsfremde dahin kommen, ist uns das schon ein bisschen peinlich." Der neue Schulungsraum ist vor allem für die Ausbildung des Nachwuchses wichtig: Etwa 60 Prozent der Mitglieder sind jünger als 26 Jahre.

Neue Einnahmequellen

Der DLRG-Kreisverband investiert für den Neubau etwa 300.000 Euro. Dafür hat der Kreisverband  neue Einnahmequellen erschlossen: So hat die DLRG beispielsweise die Bezahlstruktur für die Schwimmkurse verändert und Zehnerkarten eingeführt, wie Geschäftsführer Manuel Friedrich sagt. Außerdem bietet der Kreisverband Sanitätsdienste und Erste-Hilfe-Kurse an. Die gesamten Einnahmen fließen auf das Konto für den Hallenbau, die Übungsleiter verzichten auf Geld. "Alle machen das ehrenamtlich", sagt Friedrich.

Kredit läuft zehn Jahre lang

Zusammen mit den Jahresbeiträgen der 600 Mitglieder  hat die DLRG damit bisher 120.000 Euro gesammelt. Über weitere 150.000 Euro nimmt der Kreisverband einen Kredit auf, den er über zehn Jahre zurückzahlen will. "Und auch den Rest werden wir noch zusammen bekommen", sagt Thomas Schmid. Dafür sprechen die DLRGler Firmen und Mitglieder an und bitten um Spenden.

Kein Geld für die Einsätze

Denn der DLRG fehlt ausgerechnet die Einnahmequelle, aus der sich andere Kreisverbände finanzieren: "Wir haben fast keine abrechenbaren Einsätze, die von der Krankenkasse bezahlt werden", sagt Friedrich, "dafür fehlen uns hier in Bayreuth einfach die Gewässer." Vermisstensuchen oder Gewässerverschmutzung - dafür gibt es keinen Ausgleich. Lediglich von der Stadt fließt aus dem Katastrophenschutz etwas Geld  an die DLRG.

Glücklich über das Grundstück

Die Stadt hat die DLRG auch mit dem Erbpacht-Vertrag über das Grundstück in Wolfsbach unterstützt. "Eine große Halle zu mieten, kam nicht in Frage", sagt Manuel Friedrich. "Und mit dieser Fläche sind wir sehr glücklich."