DLD Campus Bayreuth Das bringt uns die digitale Welt von morgen

Digitalministerin Judith Gerlach spricht am Donnerstag beim DLD-Campus im Audimax der Uni Bayreuth. Foto: Jörg Koch/StMD

BAYREUTH.Judith Gerlach, die Bayerische Staatsministerin für Digitales, ist am Donnerstag, 27. Juni, zu Gast in Bayreuth. Die 33-Jährige spricht beim DLD Campus an der Uni Bayreuth unter anderem darüber, wie die Digitalisierung zum Nutzen der Gesellschaft gestaltet werden kann. Im Interview erzählt die gebürtige Würzburgerin, welche Innovationen uns zukünftig erwarten, wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert und wie es um den Breitbandausbau in Bayern steht.

Beim DLD Campus in Bayreuth sprechen Sie darüber, wie der deutsche Mittelstand international besser in Sachen Digitalisierung mithalten soll. Wie sieht ihr Lösungsansatz aus?

Judith Gerlach: Nicht nur unsere industriellen Schwergewichte, sondern auch viele Mittelständler sind gut auf die Digitalisierung vorbereitet. Etliche davon sind in ihrem Bereich sogar Weltmarktführer. Unsere Stärke ist vor allem die Schnittstelle zwischen Industrie, also zum Beispiel Maschinenbau und Digitalisierung. Nachholbedarf haben wir tatsächlich noch im Bereich Plattformökonomie, da sind uns andere zum Teil einen großen Schritt voraus. Ein Ansatz dafür, dass wir bei der Digitalisierung in der 1. Liga mitspielen, sind Forschung und Entwicklung sowie der entsprechende Wissenstransfer. Innovative Technologien müssen schnell ihre Anwendung in der Wirtschaft finden und dort zu vermarktbaren Produkten und Dienstleistungen führen. Grundsätzlich müssen wir die Betriebe, die bislang nicht auf die Digitalisierung vorbereitet sind, dabei unterstützen, diesen Schritt zu wagen und die digitalen Chancen für sich zu nutzen. Das gelingt nur im Schulterschluss mit den Kammern und Verbänden.

Was denken Sie werden die nächsten Innovationen sein, die die Gesellschaft grundlegend verändern könnten?

Gerlach: Der neue Mobilfunkstandard 5G oder auch die Blockchain-Technologie (Liste von Datensätzen, die miteinander verkettet sind) zählen sicherlich zu den Innovationen, die uns in den kommenden Jahren neue Möglichkeiten eröffnen. Am gravierendsten werden die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) sein. Schon heute filtern Algorithmen aus der Fülle an Daten die für uns wesentlichen heraus. Der Einzelne würde sich sonst gar nicht zurechtfinden. Vom autonomen Fahrzeug, über die Therapie seltener Krankheiten bis hin zu individualisierten Produkten in der Industrie 4.0 oder einem perfekt dosierten und verminderten Pestizid-Einsatz in der Landwirtschaft – künstliche Intelligenz wird vieles leichter machen.

Wie stellen Sie sich eine moderne, digitalisierte Welt vor? Und welche Vorzüge hat sie?

Gerlach: Die Digitalisierung ist ein riesiger Innovationstreiber und bietet uns große Chancen. Zum Beispiel beim Thema E-Government: Das digitale Amt steht rund um die Uhr zur Verfügung, egal wo sie selbst sich gerade aufhalten. Und das ohne Warteschlangen. Oder Assistenzsysteme im Auto, die schon heute Leben retten, wenn der Fahrer mal abgelenkt ist. Und durch 3D-Druck kann ich mir künftig vielleicht ein Ersatzteil selbst beschaffen, statt ein Gerät entsorgen zu müssen. Mir sind dabei drei Dinge wichtig: Wir müssen erstens die Digitalisierung aktiv mitgestalten. Als Hightech-Standort können wir nicht abwarten und zum Zaungast der digitalen Revolution werden. Zweitens möchte ich eine Digitalisierung für alle. Wir müssen dafür sorgen, dass jeder Mensch in unserem Land mit dem Wandel Schritt halten und jeder die digitalen Chancen für sich nutzen kann. Drittens müssen wir uns mit ethischen Aspekten befassen. Beispielsweise mit den Fragen wie ein autonomes Fahrzeug reagiert, wenn ein Unfall unvermeidbar ist? Oder auf welcher Grundlage Algorithmen Bewerber auf eine Stellenausschreibung sortieren? Hier muss der Maßstab sein, dass künstliche Intelligenz sich so verhält, dass sie dem Menschen dient.


https://dld-conference.com/DLDCampusBayreuth

Den kompletten Artikel lesen Sie in der Kurier-Print-Ausgabe vom 25. Juni.

 

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