Diskussion im Gemeinderat Tempo-30-Zonen ausprobieren

Neue Regelung in Plech. Foto: picture-alliance / dpa

PLECH. Immer wieder kommt in Plech von Bürgern die Forderung nach der Einrichtung von Tempo-30-Zonen, vor allem in Wohngebieten und in Ottenhof und Bernheck. Der Marktgemeinderat befasste sich mit dem Thema in einer ausführlichen Diskussion bei seiner Sitzung am Montag. Beschlossen wurde vorerst die Einrichtung der Tempo-30-Zonen rund um den Kindergarten und die Grundschule.

Bürgermeister Karlheinz Escher wollte eine „grundsätzliche Linie“ ausloten, über Sinn und Notwendigkeit von Tempo-30-Zonen sprechen. In Sachen Ottenhof winkte er gleich ab: Dies sei eine Staatsstraße und dort werde man eine 30-er-Zone nicht etablieren können.

Andreas Bojer (ÜWG) ergriff als erstes das Wort und plädierte für die grundsätzliche Einrichtung von Geschwindigkeitsbegrenzungen auf allen Nebenstraßen: „Wenn wir irgendwo damit anfangen, dann kommen die nächsten Anträge“. Man solle Nägel mit Köpfen machen, dann wäre das „Thema vom Tisch“.

Verkehrsberuhigte Zone

Tempo-30-Zonen wären eine sinnvolle Investition, so Stefan Ditl (ÜWG) und ein „Signal an die Autofahrer.“ Plech habe Straßen, wo man bei vernünftiger Fahrweise, nicht schneller als 30 fahre. Ditl nannte als Beispiele die engen Straßen Am Erzberg und die Schulstraße. Traudl Pesahl (ÜWG) forderte zudem eine „ständige Kontrolle“ der Geschwindigkeitsbegrenzung und Heidi Gentsch (SPD) hielt im Bereich des Kindergartens sogar eine verkehrsberuhigte Zone für angemessen.

Kontrolle nicht realistisch

Zweite Bürgermeisterin Renate Pickelmann (ÜWG) formulierte eine „zwiegespaltene“ Meinung. Man habe auf Gemeindegebiet kaum Durchgangs- sondern vor allem Anliegerstraßen: „Ich finde es schade, wenn wir unsere Straßen mit Schildern zupflastern müssen“. Und: Die Marktgemeinde sei nicht in der Lage, das zu kontrollieren. Auch dritter Bürgermeister Reinhold Meyer (WV Ottenhof) sah eine Schilderflut aufziehen. „Ich würde mit den Tempo-30-Zonen sparsam umgehen“, sagte Hans Herzog (CSU) und plädierte für eine Geschwindigkeitsbegrenzung in der Badstraße und eine 30er-Zone für Schulstraße und Erzberg, die dann gleichzeitig das gesamte Wohngebiet Am Vogelwasser/Kreuzsteinstraße mit umfasst. Heinz Stark (ÜWG) schloss sich dieser Meinung. Auch Escher befürchtete „eine Unmenge von Schildern“, wenn man die Tempo-30-Zone auf das ganze Gemeindegebiet (ausgenommen Hauptstraße) ausdehnt. Zudem hielt auch er eine Kontrolle für nicht machbar. Kritisch sah er den Vorschlag, verkehrsberuhigte Bereiche einzurichten. Dies erfordere umfangreichere Maßnahmen, als nur das Aufstellen von Verkehrsschildern. Man sollte diese Tempo-30-Frage nicht an der Überwachbarkeit festmachen, so Herzog.

Ausprobieren und prüfen

Franz-Xaver Schmidmaier (WG Bernheck) sowie Stefan Keck (CSU) wollen Tempo-30-Zonen nur in den sicherheitsrelevanten Bereichen: „Der Ring um die Schule und der Bereich um den Kindergarten, wären für mich ein absolutes Muss“, sagte Keck.

Mit Mehrheit, aber mit vier Gegenstimmen folgte der Marktgemeinderat dem Beschlussvorschlag von Escher. „Einfach zu machen“ seien eine Tempo-30-Zone Am Erzberg und er Schulstraße sowie in der Badstraße. „Wir sollten das ausprobieren und schauen was es bringt“, so Escher.

 

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