Südafrika, das der Minister am Donnerstag besuchen will, ist mit knapp 600 deutschen Firmen und als bei weitem bedeutendster Handelspartner in Afrika "zentraler Ankerpunkt" (Wadephul) für die deutsche Wirtschaft. Aber auch hier sieht er besonders bei der Energiewirtschaft und im Rohstoffbereich große Chancen für mehr Wirtschaftszusammenarbeit.
Neue Migrationsbewegungen verhindern
Wadephul verspricht deutsche Investitionen in mehr Sicherheit und gegen Extremismus und Terrorismus. Ohne Hintergedanken ist dieser Ansatz nicht. In Westafrika und der Sahel-Region herrscht nach verschiedenen Militärputschen eine Dauerkrise.
Mit einer verstärkten Sicherheitszusammenarbeit mit Mauretanien und auch mit Nigeria versucht Deutschland, neue größere Flüchtlingsbewegungen in Richtung Europa zu verhindern. Denn auch nach Nigeria schwappt die Sahel-Krise und der Terrorismus über.
Dort spricht Wadephul bei seinem Besuch am Mittwoch deutschen Unternehmen Mut zu, sich von der Lage nicht verängstigen zu lassen. "Ich bin guter Dinge, dass wir gemeinsam mit den Polizeibehörden hier im Land für eine ausreichende Sicherheitslage sorgen können und dass ein wirtschaftliches Engagement dadurch nicht eingeschränkt ist", sagt er. Die Chancen zu übersehen "wäre grob fahrlässig".
Die Suche nach neuen politischen Partnern
Mauretanien, Nigeria und Südafrika gelten der Bundesregierung als wichtige Partner beim Einsatz für internationale Krisenlösung und in multilateralen Organisationen wie den Vereinten Nationen - anders als die USA, die sich zum Beispiel aus verschiedenen UN-Organisationen zurückgezogen haben.
Nigeria gilt dagegen als politische Führungsmacht, die sich in multilaterale und regionale Foren einbringt. Auch deshalb wollte Wadephul in der Hauptstadt Abuja das Sekretariat der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (Ecowas) besuchen. Aus Zeitgründen fiel das Gespräch dann jedoch aus, die Delegation eilte direkt zum Außenministerium, um Wadephuls Amtskollegin Bianca Odumegwu-Ojukwu zu treffen.
Südafrika gilt schon lange als deutscher Schlüsselpartner in Afrika. Man habe eine gemeinsame demokratische Wertebasis, sagt Wadephul. "Als entschiedener Verfechter des Multilateralismus und als einziges afrikanisches G20-Mitglied" habe das Land besonderes Gewicht.