Merz rechnete mit einem baldigen Ende der Führung in Teheran
Die E3 hatten nach dem US-Ausstieg aus dem Abkommen 2018 unter Donald Trump zunächst versucht, die US-Sanktionen zu umgehen. Seit 2024 verfolgen sie jedoch wieder einen restriktiveren Kurs und unterstützten die Rückkehr zu internationalen Sanktionen. Besonders über die deutsche Haltung zeigte sich der Iran enttäuscht.
Ein weiterer Kritikpunkt Araghtschis betrifft Äußerungen von Merz zu den jüngsten Massenprotesten im Iran: "Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen", sagte Merz Mitte Januar. Teheran sprach von einer "verantwortungslosen Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Irans".
Journalisten in Teheran vermuten Frust und Kränkung
Journalisten in Teheran werten Araghtschis Äußerungen als Zeichen wachsender Frustration der politischen Führung, ausgelöst durch Machtverluste im Land, zunehmende internationale Isolation und erwartete Zugeständnisse an die USA. Zudem sei Araghtschi nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen worden, sondern Resa Pahlavi, Sohn des früheren Schahs und De-Facto-Anführer der Protestbewegung. Das sei sehr peinlich für die Teheraner Führung gewesen.