Digitales Angebot Wie Eltern bei Angststörung helfen können

Die Zahl an Angststörungen ist auch in Kulmbach deutlich gestiegen. Ein digitales Programm soll Eltern dabei unterstützen, die Sorgen ihres Nachwuchses besser zu verstehen.

10000 Kinder litten 2022 in Bayern an einer Angststörung. Foto: Caleb Woods

Mehr als 10 000 bei der AOK Bayern versicherte Kinder zwischen drei und zwölf Jahren waren 2022 wegen einer Angststörung in medizinischer Behandlung. Bundesweit waren es fast 61 000 Kinder. Mit einem neuen Familiencoach zum Thema Kinderängste möchte die Gesundheitskasse betroffenen Familien helfen.

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„Soziale Ängste, Leistungs- oder Trennungsangst können Kinder und damit auch ihre Eltern stark belasten“, sagt Markus Rother, stellvertretender Direktor der AOK Kulmbach-Bayreuth. Der Online-Coach Kinderängste bietet in insgesamt fünf Modulen umfassende Informationen und vermittelt, wie sich die Schwierigkeiten gemeinsam in der Familie überwinden lassen. Der Familiencoach soll keinen Arztbesuch oder Psychotherapie ersetzen, kann aber Eltern dabei helfen, starke Ängste bei Kindern frühzeitig anzugehen und zu bewältigen.

Mit alltagsnahen Filmen, interaktiven Übungen und vielen Beispielen soll das digitale Programm Eltern dabei helfen, die Ängste ihrer Kinder besser zu verstehen. Zudem zeigt der Online-Coach bewährte Methoden zum Umgang mit diesen Herausforderungen auf. Dabei lernen Eltern, auch ihr eigenes Erziehungsverhalten besser zu verstehen und zu verändern. „Wenn Mütter und Väter ihre Kinder gut im Umgang mit belastenden Erlebnissen unterstützen können, gelingt es eher, übermäßige Ängste oder Sorgen zu verhindern oder zu verringern“, erklärt Rother. Eltern erfahren mit Hilfe des Online-Coachs, wie sie die Beziehung zu ihrem Kind stärken, dessen Selbstständigkeit und Selbstvertrauen fördern können. Ein starkes Kind hat es leichter, seine Angst zu bewältigen, erklärt der Experte.

Insbesondere, wenn bei einem Kind bereits eine diagnostizierte Angststörung vorliegt, empfehle es sich, die Nutzung des Familiencoachs mit dem behandelnden Arzt abzusprechen und abzuklären, ob sie in das individuelle Behandlungskonzept passt. Der digitale Familiencoach wurde mit Unterstützung der Kinder- und Jugendpsychiatrie und des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie des Universitätsklinikums Köln entwickelt.

Er ist für alle Interessierten frei zugänglich im Internet unter: www.aok.de/familiencoach-kinderaengste.