Info: Anthropologische Sammlung der Universität Göttingen
Sammlungen
Die Anthropologische Sammlung und die Blumenbachsche Schädelsammlung der Universität Göttingen verfügen über eine Vielzahl menschlicher Schädel und Skelette. Ob diese unrechtmäßig erworben wurden, aus ehemaligen Kolonien stammen und wie mit ihnen umzugehen ist, untersuchen seit dem Jahr 2020 Wissenschaftler im Forschungsprojekt „Sensible Provenienzen. Menschliche Überreste aus kolonialen Kontexten in den Sammlungen der Universität Göttingen“. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes werden auch Teile der Sammlung aus der Historischen Anthropologie untersucht.
Anthropologische Sammlung
Die Sammlung der Historischen Anthropologie gehört zu den vergleichsweise jungen Sammlungen der Universität Göttingen. Der Grundstock wurde in den 1950er-Jahren mit einen Sammlung menschlicher Schädel gelegt, die vom Hamburger Völkerkundemuseum überlassen wurden. In den 1970er Jahren kam eine Primatenschädelsammlung dazu, später wurden aus Forschungsprojekten der Abteilung neue Teilsammlungen aufgebaut, darunter zum Beispiel die Sammlung histologischer Präparate der Knochenmikrostruktur. Die Anthropologische Sammlung untergliedert sich in sieben Teilsammlungen.
Academisches Museum
Die Sammlungen des Academischen Museums der Universität Göttingen wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf die Universitätsinstitute verteilt, die für die sich ausdifferenzierenden wissenschaftlichen Fachdisziplinen entstanden. Objekte aus dem Academischen Museum und aus den 1840 für das Museum angekauften Privatsammlungen Blumenbachs befinden sich heute in verschiedenen, in der Regel nicht öffentlich zugänglichen Göttinger Lehr- und Forschungssammlungen.
Blumenbachsche Schädelsammlung
Johann Friedrich Blumenbach (1752-1840) war ein deutscher Anatom und Anthropologe. Er gilt als Begründer der Zoologie und Anthropologie als wissenschaftliche Disziplinen. In seinen anatomischen Studien konzentrierte ich Blumenbach auf den menschlichen Schädel als den Teil, den er für die Beschreibung der Verschiedenheiten als besonders geeignet ansah.
Anatomie
Nach Blumenbachs Tod wurde die Sammlung – mit einem Bestand von mindestens 230 Schädel – von der Universität angekauft und von Blumenbachs Nachfolgern in der Göttinger Anatomie ständig erweitert; heute umfasst die Sammlung insgesamt 840 Sammlungsstücke und ist die älteste und größte universitäre Schädelsammlung der Welt.