In der Ausgabe vom 19. März 1968 berichtete der „Nordbayerische Kurier“ über die Malerin Ruth Kohler. Die Künstlerin war die Tochter des Eckersdorfer Pfarrers. Im Jahr 1947 hatte sie ihre Koffer gepackt und war in die Welt gezogen. In München lernte sie bei dem Künstler und Professor Franz Nagel. Nach ihrem Abschluss stellte sie in vielen Teilen der Welt ihre Kunst aus, darunter in London und Kapstadt.

Namen für Kunstwerke sind Schnapsideen

Im Jahr 1968 kehrte sie nach Oberfranken zurück, um in einem Antiquitätengeschäft am Schlossberglein einige ihrer Werke auszustellen. Kohler malte vor allem abstrakte Bilder. „Ich bin ja wahnsinnig konservativ“, erklärte sie ihren Stil. „Meine Bilder sind eigentlich noch viel zu lyrisch!“

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Als Pendant zu ihrer Leidenschaft im Malen mit dem Pinsel betätigte sie sich auch in der Freskenmalerei und der Glasfensterarbeit. Inzwischen galt sie als die bedeutendste Freskenmalerin Deutschlands, wie der Kurier berichtete. Namen gab sie ihren Bildern übrigens nicht. Wenn ihre Bilder Namen hätten, dann sei das „extra für die Dummen unter den Ausstellungsbesuchern“ geschehen. Die Namen – wie „Segeln im All“ oder „Sterbender Mond“ dächten sich ihre Freunde bei ein paar Schnäpsen aus.

Diffamierende Flugblätter

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier von einem Parteienkrieg aus der kleinen Gemeinde Fichtelberg, der vor Gericht endete. Konkret ging es um einen Kommunalpolitiker, der wegen übler Nachrede angeklagt war. Der Angeklagte hatte Flugblätter drucken lassen, die einen anderen Kommunalpolitiker diffamierten. Diese Flugblätter waren am Tag vor der Gemeinderats- und Kreistagswahl 1965 an alle Haushalte in Fichtelberg verteilt worden. Inzwischen war der Streit zwischen den Politikern zwar beigelegt, zur Verantwortung wurde der Angeklagte dennoch gezogen. Er gab zu, die Flugblätter gedruckt zu haben, doch für den Inhalt wollte er nicht verantwortlich sein. Die Staatsanwaltschaft änderte die Anklage in Beihilfe zu übler Nachrede ab.

Des Weiteren berichtete der Kurier von einem verschwundenen Unfallfahrer. Der Autofahrer war des Nachts an der Steinachbrücke bei der Walkmühle gegen ein Brückengeländer geprallt. Das Auto hatte sich überschlagen und war auf dem Dach liegen geblieben. Der Fahrer brachte seine verletzte Beifahrerin noch bis vor die Krankenhauspforte. Danach verlor sich seine Spur. Die 17-jährige Beifahrerin verweigerte jegliche Aussage über den flüchtigen Fahrer. Am nächsten Tag stellte er sich freiwillig. ⋌⋌ast