„Ich bin doch kein Gewalttäter“
Die Diebestour im Klinikum sei deshalb auch nicht geplant gewesen, er habe vielmehr aufgrund von Entzugserscheinungen und epileptischen Anfällen Hilfe gesucht, sei aber nach zwei Stunden Wartezeit von den Ärzten abgewiesen worden. Da sei er zusammen mit dem Mitangeklagten durch die Stationen gelaufen und habe das Geld und die Mobiltelefone gestohlen, um sich die Schmerzmittel auf dem Schwarzmarkt besorgen zu können. Der Mitangeklagte habe sich allerdings nicht an den Diebstählen beteiligt, sondern habe auf den Gängen gewartet. Die beiden Messer, die der Hauptangeklagte einstecken hatte, sollen völlig harmlos gewesen sein. „Ich bin doch kein Gewalttäter“, beteuerte er. Das eine sei ein handelsübliches Schweizermesser gewesen, mit dem er sich gewöhnlich das Schmerzpflaster zurecht schneide, das andere sei ein komplett stumpfes Souvenirmesser gewesen. Ein aufmerksamer Patient des Klinikums, der ebenfalls Opfer wurde, hatte die beiden beobachtet und sofort die Polizei gerufen. Er war nur kurz auf der Toilette und schon waren sein Mobiltelefon, seine Geldbörse samt EC- und Kreditkarten sowie 150 Euro Bargeld weg. Die Polizei nahm damals sofort die Verfolgung der Flüchtenden auf und stellte die beiden Männer am Kulmbacher Bahnhof. Bis auf das Bargeld und die Telefone hatten sie inzwischen alles andere weggeworfen.